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Ganz schnell wird man mit Motosport Manager [App Store] von Christian West (@SirCoolbeans) zwar nicht nicht zum Weltmeister, dafür sorgt der Titel mit viel Liebe zum Detail dafür, dass Spieler einen guten Eindruck davon erhalten, was es bedeutet, einen Rennstall zu leiten. Durch Sachverstand und Entscheidungsfreudigkeit kämpfen sich Rennsport-Begeisterte an die Spitze von vier Ligen, um sich schließlich mit Weltmeistertitel schmücken zu können. Meine Herren, starten Sie ihre Motoren und treten Sie aufs Gas!

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Offenkundig glaubt West, der früher für Hello Games tätig war, nicht an Einführendes. Umgehend nach der Vergabe des Team-Namens geht es auf die Piste zum Qualifikationsrennen. Während die Fahrer selbsttätig in minimalistischer aber dennoch sehr gefälliger Optik ihre Runden drehen, experimentiert der Spieler mit Bereifung und Fahrstil. Alles hat sein Für und Wider: Weiche Reifen sind schnell, aber lösen sich entsprechend auf, harte halten viel aus, sind aber bei Schlechtwetter suboptimal. Wer sich sich mit einer Kompromiss-Konfiguration in das Rennen macht und an dieser festhält, kann sich einen Platz auf dem Siegertreppchen von der Backe putzen.

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Mit Verlierern wollen auch Sponsoren nichts zu tun haben, die dabei helfen, die monatlich auflaufenden Kosten zu decken. So springt man während und zwischen der Rennen zwischen flach strukturierten Menüs hin und her, evaluiert und kommandiert, probiert und scheitert, quält sich unter Zeitdruck mit Entscheidungen, ob man ob des drohenden Regens in der drittletzten Runde die Box zum Reifenwechsel anfahren lässt oder mit Hoffen und Gottvertrauen weiter rast und riskiert, dass der möglich Guss die Top-Platzierung versaut. Es ist faszinierend, wie viel Spannung entsteht, wenngleich nur winzige Punkte – wahlweise im Zeitraffer – ihre Runden drehen.

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Die oberflächliche Schlichtkeit des Titels verleitet dazu, fehlende Spieltiefe zu unterstellen. Tatsächlich befinden sich unter der schlichten Haube des Titels ausreichend Stellschrauben, um den Simulationsfreund bei Laune zu halten. Dabei bleibt die Komplexität allerdings stets so überschaubar, dass man sich nicht hoffnungslos im Entscheidungsdschungel verfranzt und beispielsweise bestimmen müsste, in welchem Winkel der Spoiler angebracht würde – geforscht und rekrutiert wird allerdings schon, allerdings nie im Mittelpunkt des Geschehens. Ein schmucker faszinierender Rennzirkus für lange Bahnfahrten.

Rating: ★★★★☆