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Oddworld: Abe’s Odyssey erschien 1997 für die Playstation. Ein unterhaltsamer Plattformer, der neben durchdachten Puzzles vor allem durch sein fantasievolles Universum bestach. Entwickler Lorne Lanning und sein Entwicklungsstudio Oddworld Inhabitants (@oddworldinc) schoben zwei weitere Abe-Spiele nach, um 2005 für die Xbox die Oddworld aus anderem Blickwinkel und anderem Genre anzugehen. Nach knapp zehn Jahren erscheint der Action-Titel Stranger’s Wrath [App Store] aufgehübscht für das iPad. Als grimmiger Kopfgeldjäger darf der Spieler in der Umsetzung von Square One Games mit Geschick und Pelztier-geladener Armbrust durch fantastische Welten steifen.

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Aus guten Gründen lässt man sich viel Zeit, um den Spieler mit seinen Möglichkeiten vertraut zu machen. Zum Repertoire des Strangers gehören Sprünge, Schläge und Kopfstöße, mit denen er Feinde außer Gefecht setzt, um diese dann bestenfalls aufzusaugen und in Ortschaften gegen Bares einzutauschen. Ein optionaler Perspektivwechsel aktiviert die Armbrust, die – mit niedlichen Pelzwesen geladen – Feinde einspinnt, anlockt oder durch Gestank in den Wahnsinn treibt. All diese Aktionen werden über virtuelle Knöpfe ausgelöst, der Stranger selbst per virtuellen Stick gelenkt. Neun Schaltflächen kosten Übersicht.

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Wann immer es hektisch wird in der Oddworld, wann immer der Stranger von Feinden umzingelt um sein Leben prügeln muss, sorgt die Armada von Knöpfen schnell für Überforderung. Hinzu kommt, dass auch der Neigungssensor eingebunden ist: ein Schütteln des Tablets frischt die Energie auf – und verrückt die Perspektive und bisweilen den Spielspaß. Deutlich angenehmer spielt sich der Titel mit einem Mfi-Controller. Nachdem man die illustre Welt einmal mitttels Analogsticks und echten Knöpfen durchkreuzt hat, möchte man nie wieder zur Touch-Steuerung zurück.

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Auch bei der Anmutung lassen die Square One Games dem Spieler viele Freiheiten. Auflösung, Umfang grafischer Effekte und Schatten lassen sich einstellen und zwingen schnell auch aktuelle iPad-Modelle mit Bildwiederholungsratenstottern in die Knie. So spielt man sich mit leichten Rucklern durchs grafische Mittelfeld. Spielerisch hingegen ist die Mischung aus Plattformer und Shooter hervorragend gealtert. Gegner bauernschlau auszutricksen, macht auch nach knapp zehn Jahren noch Spaß und die fantastische Oddworld mit ihren illustren Bewohnern hat nichts von ihrem Reiz verloren. Gute Unterhaltung – wenn man denn einen Controller hat.

Rating: ★★★★☆