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Streng linear geht es in der neuesten Produktion von Gamious (@gamious) zu. Ausnahmsweise ist dies jedoch nicht schimpflich, sondern in konstruktiver Weise spielbestimmend. Der Spieler versucht in dem grafisch sehr reduzierten Puzzle-Titel Lines the Game [App Store] namensgebende Linien zu färben und dabei ein möglichst langes Farbband zu erzeugen. Im besten Fall ist das eigene dann einen Hauch länger als das oder die der virtuellen Mitspieler. So ist neben Augenmaß auch Taktik gefragt. Ab an die Farbtöpfe!

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Was abstrakt klingt, ist nach der ersten Spielrunde verinnerlicht: Nachdem der Spieler mit dem Finger eine Stelle auf einem Liniengeflecht markiert, verbreitet sich von dieser aus ein Farbbalken, ganz als hätte man die Füllen-Funktionen eines Grafikprogramms aktiviert, die dann in Zeitlupe ihre Arbeit macht. Gleichzeitig verbreiten sich auch zufällig gesetzte andersfarbige Punkte, treffen die Farbstreifen aufeinander, stoppt auch die Markierung. Bald kompliziert sich das einfache Spielprinzip, wenn Spieler und virtuelle Gegner mehrere Farbtupfer in komplexeren Figuren anbringen dürfen.

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Nacheinander schalten Spieler unterschiedliche Modi frei. Im Lösch-Modus gilt es einen oder mehrere gegnerische Farbklekse zu entfernen, damit die sich bereits positionierten eigenen Farbflecken möglich weit verbreiten. Im Seil-Modus darf der Spieler der Spielfläche zusätzliche Pfade zufügen, damit sich die gesetzten eigene Farbkleckse besser ausdehnen, als die der Konkurrenz. Der Messer-Modus erlaubt ein Wegabschneiden. Begleitet wird das kurzweilige Treiben von schlichten Klavierakkorden, was dem Geschehen eine getragene Atmosphäre gibt, die der in Breath of Light ähnelt.

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Die Position der gegnerischen Farbkleckse und je nach Modus auch der eigenen, wird durch den Zufall bestimmt. Die Entwickler versichern jedoch, dass jede Spielstufe lösbar bleibt. Einerseits sorgt das Zufallselement für Wiederspielwert, auf der anderen Seite fällt es schwerer aus Fehlern zu lernen, wenn sich die Ausgangssituation fortwährend ändert. Trotz aller Zugänglichkeit verschleißt sich das Spielprinzip jedoch schließlich, woran auch die makellose Präsentation nicht ändern kann. Lines ist federleichte Knobelkost für zwischendurch – das ästhetisch verwandte Find the Line weiß stärker zu fesseln.

Rating: ★★½☆☆