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Glitch Games (@GlitchGames) haben sich auf iOS einen Namen gemacht: Sie verstehen sich wie kaum ein anderes Studio darauf, Knobelei und Adventure miteinander zu verweben. Aushängeschild ist ihre Serie Forever Lost, mit der sie seit 2012 in jährlich erscheinenden Episoden die verworrene Geschichte von Alice erzählen, die unter mysteriösen Umständen zu Tode kam. Das letzte Kapitel soll Forever Lost – Episode 3 [App Store] schreiben. Spielerisch ist alles beim Alten geblieben, doch die wortkarge Rätselei hat nach wie vor ihren Reiz.

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Am Anfang des umfangreichen Abenteuers steht der vergebliche Versuch, den Spieler in die verworrene Geschichte einzuführen. Das ist schließlich jedoch nicht den Entwicklern anzulasten, denn die mittlerweile über drei Spiele in Fragmenten erzählte Handlung lebt davon, dass der Spieler sie selbst zu einem kohärenten Ganzen fügt. Zudem ist der letzte Teil einer Trilogie ein denkbar ungünstiger Einstiegspunkt. Doch tatsächlich lässt sich die dritte Episode von Forever Lost auch geniessen, ohne die ersten beiden vorangegangenen Episoden oder andere Glitch-Games-Titel gespielt zu haben. Tatsächlich mag dies sogar zum Vorteil gereichen.

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Die Entwickler schöpfen aus dem Bestand – und der ist voll. Die Touch-Bedienung ist perfektioniert. Der Spieler tippt sich durch die Spielwelt, sammelt Gegenstände, kombiniert diese miteinander und bemüht sich, die zahlreichen Logik-Rätsel zu lösen. Ohne Englisch-Kenntnisse kommt man nicht weil, denn Glitch Games legen die spärlichen Worte auf die Goldwaage und verstecken Hinweise in scheinbar banalen Äußerungen. In krassem Kontrast lassen sie Spieler in Hochglanz-Umgebungen forschen und werfen sie dann in die krude MS-Paint-Optik von Ferris Mueller’s Day Off zurück.

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Stärker noch als in den bisherigen Teilen muss der Spieler alles, was nach einem Hinweis aussieht fotografieren, um zu einem späteren Zeitpunkt auf diese zugreifen zu können. Meist jedoch liegen Hinweis und Rätsel eng beieinander. Fluch und Segen ist die Hilfsfunktion, die es Spielern zu einfach macht, sich der Genre-inhärenten Rätsel-Frustration hinzugeben und nicht zu warten, bis die zündenden Lösung von Abstinenz in das Bewusste geschwemmt wird. Alles was man Forever Lost 3 anlasten kann ist, dass die Rätseldichte zu hoch ist, was die Handlung in den Hintergrund drängt und die Qualität der Rätsel leiden lässt. Doch wer gegen Überfluss wettert, dem geht es zu gut.

Rating: ★★★★☆