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Erfrischend, der Ansatz der Italiener Bad Seed (@badseed_ent), einer bislang eher selten auftretenden Gruppe ins Videospiel-Rampenlicht zu helfen. In The Beggar’s Ride [App Store] schicken die Entwickler einen bettelarmen bärtigen Greis auf eine abenteuerliche Reise. Der Alte findet eine Maske, die ihn mit übermenschlichen Fähigkeiten ausstattet und es ihm unter anderem erlaubt, daß Wetter zu manipulieren. So gerüstet ist er in der Lage Hindernisse zu überwinden und eine Welt in schillernden Farben zu erkunden.

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Per virtuellem Joypad bewegt der Spieler den greisen Protagonisten über den Bildschirm. Nach Sekunden bereits offenbart sich dabei eine der größten Schwachstellen des Titels: Der Greis leidet an Morbus Tengami und kriecht förmlich über den Bildschirm. Überraschend indes, wie hoch der bärtige Alte springen vermag und sich an Vorsprüngen festhalten und hochziehen kann. Bisweilen glaubt man festzuhängen, weil es keinen Ausweg zu geben scheint, doch schnappt sich der dicke Alte wider Erwarten mühelos Simse, die mehr als eine Körperlänge entfernt von ihm liegen.

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Neben Hüpf- und Kletter-Passagen durch die beeindruckend vielfarbige und hochauflösende Landschaft gilt es mit magischen Masken Rätsel zu lösen. Setzt sich der Greis die kunsthandwerklichen Fundstücke auf, lässt er es aus Wolken regnen, um Wasserstände zu manipulieren, kann die Welt drehen, um Gestein in Bewegung zu versetzen oder Teile der Spielwelt verschieben, damit sich neue Wege eröffnen. Für Orientierung in der weitläufigen Spielwelt sorgt eine Karte und zahllose Rücksetzpunkte verhindern bereits ansatzweise Verärgerung, sollte der Alte mal ein Bildschirmtod sterben.

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The Beggar’s Ride stellt sich breit auf, aber die beiden Genres wollen nicht zusammenfinden. Statt dessen wirken die Puzzle-Passagen stets wie retardierende Elemente in einen viel zu zähen Plattformer. Auch ist der Anspruch der Rätsel stets bestenfalls moderat; angestrengten Nachdenkens bedarf es nicht. Hat sich der Spieler erstmal an der hübschen Spielwelt satt gesehen, verkommt die Führung des Alten zur Pflichtaufgabe. Ein wenig mehr Entwicklungszeit hätte dem Titel gut getan, der leider viel Potenzial verschenkt.

Rating: ★★★☆☆