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Wie aufregend das Agentenleben! Wie stilvoll das Agentenleben in den 60er-Jahren. Nierentische, riesige Aquarien, zynische Kommentare und entspannende Vibraphon-Klänge waren Kult, als Kate Archer vor 15 Jahren in Monoliths No One Lives Forever schleichend-meuchelnd um die Ecken schlich. Ein solch stilvolles Ambiente bietet auch Agent A: A Puzzle in Disguise [App Store] von Yak & co (@yakandco), in dem der Spieler als namensgebender Agent A versucht, Spionin Ruby La Rouge zur Strecke zu bringen, die ein Kreuzfahrtschiff versenkte.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln, die das Agenten-Szenario bedienen, hat Action in Agent A Hausverbot. Statt dessen muss der Spieler in klassischer Point-and-Click-Manier Rätsel lösen. Alles spielt sich im luxuriösen Anwesen von Ruby La Rouge ab, die dem Spieler zu Beginn entkommt und der fortan einen Ausweg aus ihrem Domizil finden muss. Im einfachsten Fall bringt ein unter einer Vase versteckter Schlüssel weiter, doch bald sind mehrstufige Rätsel zu lösen, was in den schönsten Momenten an die Titel der The-Room-Serie erinnert.

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Bis auf wenige Ausnahmen sind Lösungen jedoch offensichtlich, das Spiel ein kurzer unterhaltsamer Durchmarsch, der nach anderthalb Stunden beendet ist und für die Fortsetzung wirbt. Dabei bemühen sich die Entwickler jedoch um Abwechslung. Der Spieler muss beim Knacken eines Safes Zahnräder korrekt positionieren, auf einem Piano Melodien nachspielen oder durch das Geschick erfordernde Anhalten von Code-Rädern ein Sicherheitssystem überwinden. Wenngleich letzteres Nerven kostet, sind die anderen Knobeleien eher den Spielverlauf geringfügig retardierende Elemente.

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Agent A unterhält mit geschliffenen Texten, stilvoller Grafik und logischen Rätseln. Auch die akustische Untermalung ist ansprechend und verstärkt die 60er-Jahre-Atmosphäre. Allerdings ist deren Einsatz viel zu sporadisch und verstärkt den größten Mangel des Titels: Die Spielwelt ist abgesehen von Fischen in einem Aquarium unbelebt. Der Spieler erkundet eine grellbunte Kulisse auf der Suche nach einem Ausweg. Was in The Room aufgrund der anders gelagerten atmosphärischen Ausrichtung beklemmend wirkte, sorgt in Agent A für den Spielspaß dämpfende Monotonie.

Rating: ★★★½☆