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Malerisch befremdlich ist, was Gabriel Smetzer (@gsmetzer) mit Flewn [App Store] auf iPad-Bildschirme zaubert. Ein alter muschelschorfiger Wal, auf seinem Rücken eine ganze Stadt voller Meeresgetier, wandert auf Stelzen durch eine Wüste, bis er entkräftet zusammenbricht. Er ist auf der Suche nach einem Ozean, den er alleine nicht erreichen wird und so ist er auf die Hilfe tierischer Freunde angewiesen; allen voran ein Frosch auf einem Einrad mit Rotor, das ihn bei kräftigem Tritt in die Pedale abheben lässt.

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Flewn, auf den Weg gebracht über die ein 45.000-US-Dollar-Kickstarter-Crowdfunding, ist zweierlei: einerseits ein animiertes Bilderbuch, das der Spieler in eigenem Tempo lesen und daraus vorlesen kann; andererseits eine interaktive Spielerei. Nach dem Start steht die Entscheidung an, welche Les- oder Spielart gewünscht ist. Der interaktive Modus bietet die Gelegenheit, die Geschichte des Wals aus der Perspektive eines Froschs zu verfolgen, den der Spieler steuert. So lange der Spieler den Finger auf den Bildschirm legt, tritt der grüne Held in die Pedale und bewegt so sich und die Geschichte fort.

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Wer so tapfer Kalorien verbraucht wie das Amphibium, muss sich fortlaufend stärken. Es ist daher am Spieler, den Frosch auf seiner Reise so zu dirigieren, dass er Insektenschwärme streift, an denen er sich gütlich tut. Eine sehr simple aber bei weitem nicht ausgereifte Spielmechanik. Trotz aller Mühe verhungert der Frosch ein ums andere Mal und die Geschichte startet am Beginn des Kapitels erneut. Um Frust zu vermeiden, lässt sich jedoch zwischen Vorlese- und Spiel-Modus wechseln und anstrenge Fliegenfress-Passagen überspringen.

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Flewn ist grafisch wie klanglich wunderschön und erinnert an die traumhaften Welten der Machinarium– und Botanicula-Macher Amanita Design. Spielerisch hingegen ist so wenig vorhanden, dass man kaum von einem Spiel sprechen könnte. Auch die Kürze der Geschichte sorgt für einen faden Beigeschmack, wenngleich die surreale Phantastik über jeden Zweifel erhaben ist. Als Kinderbuch ist Flewn eine Empfehlung, als Spiel funktioniert es nicht. Aufgrund des experimentellen Charakters gibt es keine Wertung.