Brydge_Air_01
Im Frühling des Jahres 2012 fand das Kickstarter-Projekt “Brydge” viel Beachtung. Das Versprechen einer hochwertigen Aluminium-Tastatur, die das iPad – zumindest äußerlich – in ein MacBook Air verwandeln sollte, begeisterte mehr als 3.000 Interessierte, die das Projekt mit knapp 800.000 Euro finanzierten. Gut vier Jahre später ist nun eine aktualisierte Version für iPad-Air-Modelle und Deutschem QWERTZ-Layout erhältlich, die sich in vielfacher Hinsicht von den Angeboten der Mitbewerber abhebt. Das iPadAir in das BrydgeAir von Brydge Keyboards (@brydgekeyboards) eingesteckt und losgetippt.

Brydge_Air_02
Die Verpackung enthält neben der Tastatur lediglich ein Micro-USB-Ladekabel und ein Paar Silikon-Adapterstücke für die Verwendung des BrydgeAir mit einem iPad Air der ersten Generation. Beim Austausch der Adapterstücke sollte in jedem Fall ein Lösungsmittel zum Einsatz kommen, um den Klebefilm in den Scharnieren vor dem Wechsel vollständig zu entfernen. Ein Hinweisblatt führt Schritt für Schritt durch alle Handgriffe bis das Tablet schließlich mit stetigem Druck in die silikongefassten Scharniere gepresst wird. Die angenehm schwergängigen Scharniere halten das Tablet sicher.

Brydge_Air_03
Bedenkenlos kann man daher die Tastatur-Tablet-Kombination auf jeder Seite anfassen und tragen, ohne Angst vor einen Herausfall-Unfall haben zu müssen. Aufgeklappt verbleibt der Winkel stramm ohne zu wackeln, wobei ein Winkel von bis zu 180 Grad möglich ist. Stets sorgt das mit gut 500 Gramm recht hohe Gewicht des BrydgeAir dabei für einen kippsicheren Stand – ganz als verwendete man tatsächlich ein MacBook Air. Da die Scharniere allerdings unmittelbar am Rand des beleuchteten Bildschirms greifen, ist es in manchen Apps schwierig, Bedienelemente am unteren Bildschirmrand und in den unteren Ecken zu verwenden.

Brydge_Air_04
Die digitale Verbindung von Tablet und Tastatur erfolgt per Bluetooth-Kopplung. Nach längerem Druck auf die Pairing-Taste auf der Vorderseite des BrydgeAir blinkt eine blaue LED unter #-Taste und das iPad verbindet sich binnen Sekunden anstandslos mit der Tastatur. Zudem bietet die BrydgeAir-Tastatur integrierte rückseitige Lautsprecher, die ebenfalls per Bluetooth als – leider exklusive und nicht additive – Klangquelle gewählt werden. Klanglich sind die beiden winzigen Schallquellen allerdings nicht der Rede wert; die Möglichkeit, das iPad aus Brydge-Energiereserven laden zu können, wäre deutlich praktischer gewesen.

Brydge_Air_05
Die Tastatur hat einen angenehmen Druckpunkt, der dem des Apple Bluetooth-Keyboard ähnelt; allerdings beim Schnellschreiben nicht an die Präzision des Microsoft Universal Foldable Keyboards heranreicht. Über eine Reihe von Sondertasten ist das direkte Einstellen der Lautstärke oder der Helligkeit möglich. Die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur lässt – im Vergleich mit hohen Standard der Zagg-Tastaturen – zu Helligkeitswünschen übrig. Gewöhnungsbedürftig ist, dass die Taste mit den Symbolen “>” und “<” von der linken unteren Ecke in die linke obere gewandert ist, um Platz für eine Siri-Taste zu machen, sodass man diese während der Eingewöhnungsphase versehentlich betätigt.

Brydge_Air_06
Aller Mäkelei zum Trotz sticht das BrydgeAir jedoch die Konkurrenz durch den Formfaktor aus, denn tatsächlich glaubt man während der Eingabe in eine App wie 1Writer oder Pages an einem MacBook Air zu arbeiten. Das BrydgeAir ist schwer und mit einem empfohlenen Verkaufspreis um 130 Euro gegenwärtig eines der teuersten Eingabegeräte für iPads – allerdings macht sich die Investition bezahlt, denn den Nutzwert des Tablets erhöht sich vor allem bei mobilen Vielschreibern. Das BrydgeAir ist unter andere anderem bei Amazon in drei Farben erhältlich.