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Die kanadischen Entwickler von Righteous Hammer Games (@RighteousHQ) geben sich nicht damit zufrieden, eine ansehnliche Solitär-Umsetzung auf das iPad zu bringen. Eine gute Idee, denn schließlich ist der App Store voll davon. Stattdessen lassen sie in ihr Kartenspiel Solitairica [App Store] artfremde Spielelemente einfließen und motzen das behäbige Spielprinzip auf. Der Spieler tritt an, mit jeder Partie illustre Gegner zu besiegen und mittels geschickt gespielter Karten Zauber einzusetzen und ein ungünstiges Blatt auszugleichen.

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In aufeinander folgenden Partien muss der Spieler 18 schräge Gegner bezwingen, indem er seine Karten geschickt ausspielt. Die aktuelle Spielkarte darf auf einem Stapel abgelegt werden, den eine höherwertige oder im Zahlenwert niedrigere Karte bedeckt. So weit so klassisch. Für abgelegte Karten werden dem Spieler je nach Farbwert Fähigkeitspunkte für Angriff, Agilität, Verteidigung und Willenskraft gut geschrieben. Diese setzt man für das Aktivieren von Zaubersprüchen ein, die bestimmte Karten abtragen oder Lebensenergie oder Schilde erhöhen.

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Die Gegner indes – jeder hat seine charakteristischen Stärken und Schwächen – kommen zum Zug, wenn Spieler nicht weiter legen kann und jubeln ihm weitere Karten unter, durchmischen seine Stapel oder geben ihm heftig auf die Mütze. Ist die Lebensenergie verbraucht, muss der Spieler sich erneut vom ersten Gegner an vorkämpfen. Auch die gesammelten Zaubersprüche und Fähigkeiten verbessernden Gegenstände sind verloren – nur bestimmte Verbesserungen überdauern die Tode und machen künftige Anläufe einfacher, wenn nicht das Kartenglück (oder -Unglück) im Spiel wäre.

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Das roguelike-Element und der Zufall machen Solitarica anfangs frustrierend – doch so ist das beim strategischen Glücksspiel nun mal. Ähnlich wie beim mindestens ebenso liebevoll gestalteten Genrekönig Card Crawl sorgt die Kürze der Partien dafür, dass man Verluste verschmerzen kann. Viel des Zufalls kann man mit taktischem Vorgehen ausgleichen und wenn man die Schwächen der Gegner schonungslos ausnutzt, kommt Freude auf. Einziger Wermutstropfen an dem sonst hervorragenden Titel: der Unreal-Unterbau saugt unermüdlich und für das Gebotene ungebührlich am Akku.

Rating: ★★★★½