Was kann es Schöneres geben, als König zu sein? König in einem malerischen Pixelkönigreich, dessen Landschaft an The Deer God und Superbrothers: Sword & Sworcery EP erinnert? Genau diesen Traum kann man in Kingdom: New Lands [App Store] von Licorice (@grammogatto), noio (@noionl) und Raw Fury (@rawfurygames) leben. Allerdings merkt man auch schnell, dass das Leben als König aus harter Arbeit besteht. Denn das Königreich will zunächst aufgebaut und schließlich erhalten werden. Die Krone aufgesetzt und los regiert.


Mit einem beim Spielstart zufällig generierten Regenten geht es auf dem Rücken des königlichen Rappen geht es durch die zufällig generierte horizontale Landschaft. Um etwas zu bewegen gilt es zunächst verstreutes Gold zu sammeln um dies dafür aufzuwenden Pöbel zu rekrutieren, den man anschließend dazu abstellt ein Lager zu bauen, Festungsmauern zu errichten und mit Hilfe von Ausrüstung wie Bogen und Axt auf die Jagd zu gehen und Holz zu schlagen. Wer das Geld planvoll investiert freut sich alsbald über eine kleine Stadt mit eifrigen Bewohnern. Alles könnte so schön sein…


… wenn da nicht Geister wären, die des Nachts das Dorf bestürmen, oder schlimmer noch den König auf einem Erkundungsritt anfallen. All zu weit ist es in der Anfangsphase nämlich nicht um die Macht des Regenten bestellt und verliert dieser beim Feindkontakt seine Krone ist es vorbei mit der Herrschaft und die Aufbauarbeit beginnt erneut. No crown, no King – Permadeath lässt grüßen. Abgesehen von einem Geist, der in den ersten Minuten den Weg weist, hält sich das Spiel mit Anweisungen vornehm zurück. Statt dessen muss der Spieler selbst herausfinden, wie er überlebt und das Reich zur Blüte führt.


Mitansehen zu müssen, wie das mühsam Aufgebaute untergeht, ist nicht nur in den ersten Anläufen eine unausweichliche und zutiefst frustrierende Erfahrung. Doch die Lernkurve ist steil und die intuitive Bedienung sorgt dafür, dass sich Kingdom – New Lands sich fast beiläufig spielt. Bei jedem Anlauf lernt man Neues über die Mechanismen in der malerischen Welt. Dieses Zusammenspiel aus Frust und Lust macht den Reiz des Titels aus, der Erkundungs-, Tower-Defense- und Wirtschaftssimulations-Spiel miteinander verquirlt. Wer das Lehrgeld erübrigen kann, den belohnt Kingdoms königlich.

Rating: ★★★★½