Was für ein entspannter Tag könnte es sein – durch den Weltraum dümpeln, auf dem Deck den Jäger polieren, mit den Piloten-Kollegen tratschen. Doch die ollen Weltraumpiraten und Pixelnest Studio (@pixelnest) haben in Steredenn [App Store] gänzlich andere Vorstellungen von der Tagesgestaltung. Kurzerhand greifen Raumfrachter die U.S. Goliath an. Also ab ins Cockpit, alle Energie auf die Waffensysteme und den Weltraum befriedet.


Die galaktische Ballerei zeichnet sich durch einige Eigenarten aus. Allen voran die Steuerung. Während der Finger auf der linken Bildschirmhälfte den Raumjäger geschmeidig dirigiert, bedient man die Bewaffnung über die rechte Bildschirmhälfte. Ein ruhender Finger sorgt für Dauerfeuer, eine Wischgeste für einen Wechsel zwischen bis zu zwei Waffensystemen. Zweitwaffen muss man sich in den Raumschlachten allerdings erst verdienen: Nach anspruchsvollen Passagen treiben Systeme im All, die man mit einem Doppeltipp ausrüstet.


Spielerisch mischen die Entwickler klassischen Shoot-em-Up-Ablauf der Nemesis- und R-Type-Schule, bei dem Formationen zerstört werden müssen, mit Bullet-Hell-Passagen, in denen das schadlose Überstehen von Kugelhageln höchste Priorität hat. Was den Spieler erwartet, entscheidet der die Spielstufen komponierende Zufall. Ein paar Treffer verkraftet das Schiff, das Bezwingen eines Bossgegners ist die einzige Möglichkeit, die Panzerung wieder in Stand zu setzen. Nur wenn man die Waffensysteme geschickt einsetzt, knackt man die Gegnerschar.


Das Bezwingen der Bosse belohnt der Titel mit zu wählenden Ausrüstungs-Boni, die nach Game-Over-Bildschirm verpuffen. Permadeath, halt. Neben der taktischen Komponente beim Einsatz der Waffensysteme ist es die schmissige Präsentation, die zu immer neuen Anläufen einlädt. An die Titel von OrangePixel erinnernde Retrografik und schnodder-rockige Untermalung sorgen umgehend für ein wohliges Arcade-Gefühl. Auch bei den Formationen der Gegner zeigen die Entwickler Originalität. Steredenn hat neben Titeln wie Geometry Wars 3 Dimensions oder Air Attack 2 einen Stuhl im Shooter-Olymp verdient – leider mit blöden Balken.

Rating: ★★★★½