Isometrisches Rätseln geht immer. Wie gut es geht, zeigte sich jüngst in Monument Valley 2 oder Pan-Pan. Mit Pathos [App Store] versuchen sich auch die britischen Studenten von Fixed Update an einer räumlichen Knobelei. Diese ist allerdings bereits seit November 2005 in der Mache und wurde schon in der Phase der Ideenfindung ausgezeichnet. Um die Politur kümmern sich All4Games (@all_4_games) hinter denen der private britische Fernsehsender Channel 4 steht.


Das Mädchen Pan will sich eigentlich nur auf einen Spaziergang machen, doch dann durchkreuzt ein düsteres Wesen den Plan und stößt sie in eine labyrinthische Dimension. Diese Welt voller Schalter, Schlösser und Plattformen, in der sich Pan wiederfindet, erinnert an die von Lara Croft Go. Auf linearen in der Luft schwebenden Pfaden folgt Pan in einer aufregenden Seelenruhe den Fingerzeigen des Spielers zum Ausgang der bildschirmgroßen Spielstufen. Um das Spielgeschehen anzureichern, verwenden die Entwickler jedoch originelle Spielmechaniken.


Die wichtigste Mechanik erfordert das Drehen des iPads, worauf hin Pan in eine Negativ-Welt eintaucht. Hier beginnen sich eigentlich starre Staturen zu bewegen und lassen sich zum Öffnen von Schaltern einsetzen; Schlösser ändern ihre Farbe und Lichtstrahlen werden zu Brücken, die Pan über Abgründe führen. Allerdings ermüdet diese Mechanik bald, eine virtuelle Taste zum Wechsel zwischen den Welten hätte gerecht. Zudem kann Pan auf die Hilfe tierischer Freunde zählen: Möwen bedienen Schalter, Hunde apportieren Schlüssel und Narwale geben bereitwillig Brücken ab.


Pathos hat viel Potenzial, verschenkt dies aber bereitwillig. Die Puzzle sind zu leicht, die Spielgeschwindigkeit quälend langsam und die Tierhelfer in ihrer Funktion fast austauschbar. Auch dass die Landschaft weder dreh- noch zoombar ist stört, wenn es in größeren Spielstufen aufgrund der Beschränkung auf einen Bildschirm unübersichtlich wird. Die Animationen sind hölzern, die Grafik zu schlicht, wenn beispielsweise Wasser einfach durch eine blaue Fläche dargestellt wird, was wie ein Platzhalter anmutet. Bald verhärtet sich der Eindruck, dass der letzte Schliff fehlt, Pathos wirkt schlichtweg unfertig.

Rating: ★★★☆☆