Die Österreicher Kunabi Brother (@KunabiBrother) mögen es in ihren Produktionen gerne außergewöhnlich bis einzigartig. Ihr iOS-Debüt-Puzzler blek zeigte eindrucksvoll, wie eine originelle Spielidee durch eine minimalistischen Präsentation sogar noch verstärkt werden kann. Mit ihrer jüngsten Produktion gehen sie den umgekehrten Weg; Frost [App Store] macht vor allem durch seine ansehnliche, farbenfrohe und gefällige Präsentation auf sich aufmerksam.


Aufgabe des Spielers ist es, Strahlenbündel und Partikelschwärme so zu dirigieren, dass diese einen Weg in gleichfarbige Ringe nehmen. Mit Wischgesten setzt der Spieler kaum sichtbare Strömungsfelder auf dem Bildschirm aus. Diese fangen die Lichtbündel ein oder lenken sie um. Fallen ausreichend Strahlen oder Partikel in das Ziel ein, eröffnet sich die nächste der Spielstufen, die stets bildschirmgroß sind. Untermalt ist das wuselige bunte Geschehen von sanftem Rauschen und an Erik Saties Gymnopédie erinnernde Klavierklänge.


Sukzessive komplizieren sich die Lagen. Verschiedenfarbige Partikel müssen in ihre respektiven Zielkreise gelenkt werden, ohne sich auf dem Weg zu kreuzen; in bestimmten Arealen des Bildschirms darf man bald keine Strömungsfelder errichten; Strahlenbündel müssen aufgeteilt werden, um mehrere Ziele gleichzeitig zu füllen. Auch Zeitfragen spielen bald eine Rolle, wenn Lichtbündel so gelenkt werden müssen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt ihren Zielkreis erreichen.


Wenn man schließlich denkt, man habe alles gesehen, nimmt Frost einen Schwenk ins Biologische und auf dem Bildschirm entstehen dynamische Muster, die an Zellkulturen erinnern, die man trennen und führen muss. Das Geschehen wird zusehends komplexer, bis bald das Experimentieren der sicherste Weg ist, die Ziele zu erreichen. Anfangs erinnert Frost an den Klassiker Auditorium und nimmt sich etwas viel Zeit sich freizuschwimmen und zu offenbaren was es ist: eine verspielte entspannte Reise durch einen einzigartigen Bio-Kosmos, die den Spieler zum Experimentieren einlädt.

Rating: ★★★★☆