Test: Runic Rampage (Video)


Ein behämmerter Zwerg ist der Held in Runic Rampage [App Store] einem Action-Titel den das Berliner Studio Electrocosmos (@DctrElectro) im Sommer 2017 auf Steam veröffentlichte und der mit der Unterstützung von Crescent Moon Games (@cm_games) den Weg auf iOS und tvOS gefunden hat. Runic Rampage schert sich nicht um Anspruch oder Komplexität. Stattdessen konzentriert sich der Titel auf das Wesentliche: blutige, archaische Gewalt ohne Schnörkel und Schleifchen – was eben passiert, wenn ein verärgerter Zwerg mit einem Hammer in der Wildbahn wütet.


Man dirigiert den bärtigen Kleinwüchsigen mit dem linken Daumen durch isometrischen Landschaften. Virtuelle Schaltflächen in der rechten unteren Bildschirmecke sorgen dafür, dass der kleine Mann seinen imposanten Hammer schwingt oder einen Satz nach vorne macht. Kombiniert man die beiden Basis-Kommandos, führt der Kampfgnom mächtigere Attacken aus, mit denen er Gegner reihum eine mitgibt oder einzelne zurück prügelt, um sich Luft zu verschaffen. Deutlich besser als über die (nicht anpassbaren) virtuellen Tasten steuert sich das Geschehen mit einem Mfi-Controller.

Die Spielstufen sind von überschaubarer Länge und weitgehend linear aufgebaut. Wer jeden Winkel erkundet, stößt auf Schreine, die kurzzeitig Kampfstärke, Agilität oder die Defensive erhöhen. Auch finden sich in den letzten Winkeln Schatztruhen mit Goldstücken, die man zwischen den Spielstufen verwendet, um die Durchschlagkraft des Hammers oder von Zauber-Attacken dauerhaft zu verbessern. Die Spielstufen werden auf einem Baukasten per Zufall konstruiert, bei jedem Anlauf muss man den Weg aufs Neue finden – ein Kompass hilft dabei.


Die Anforderungen an den Spieler halten sich in sehr überschaubaren Grenzen. Wer alles tötet, was ihm über den Weg läuft , ist auf einem sehr guten Weg. Darüber hinaus muss man Fragmente aufspüren, die den Weg in höhere Spielstufen eröffnen. Unter Umständen bedeutet dies jedoch, dass man Spielstufen erneut angehen muss. Durch all die Bluttaten lernt der Protagonist dazu, Erfahrungspunkte darf man darauf verwenden, die Fähigkeiten des Bärtigen zu verbessern – eine deutliche Auswirkung auf das Spielgeschehen hat dies Rollenspiel-Element jedoch nicht.


Runic Rampage beweist Mut zur Lücke, denn der Titel will gar nicht mehr sein, als eine kurzweilige Action-Orgie. Der Plan geht auf, denn man spielt sich hier gerne in einen Blutrausch, bei dem die rote Pixel-Soße in die Luft wirbelt und sich über das Schlachtfeld verteilt. Allerdings geht dem Titel bald die Luft aus, denn es gibt eben nichts zu tun, als hirnloses infernales Schlachten – und das fühlt sich über längere Zeit dann doch zu gleichförmig und durch die zufällig generierten Spielstufen zu beliebig an.

Rating: ★★★½☆