Test: Lichtspeer (Video)


Der erste Eindruck ist wichtig. Das wissen auch Bartek und Rafal von Lichthund (@lichtspeer) und haben entsprechend alles in ihren Trailer gebuttert. Stroboskopisch wird der Spieler hier mit Wurfgeschossen, Gottheiten, Zombies, Blut, Disco-Farben und jeder Menge bescheuertem Deutsch konfrontiert – eine wilde Mischung, die bereits im vergangenen Jahr für diverse Systeme erschien. Nun ist Lichtspeer [App Store] – Noodlecake (@NoodlecakeGames) sei Dank – auch im App Store angekommen.


Der Lichtgott langweilt sich und will unterhalten werden. Diese Aufgabe fällt dem Spieler zu, der als teutonischer Hans, Helmut oder Hugo – bewaffnet mit dem namengebenden Lichtspeer – zu einem blutigen Feldzug aufbrechen soll. Die Handhabung des Kriegsgeräts ist simpel: Durch Umherfahren mit dem Finger auf dem Bildschirm bestimmt man den Winkel, nach dem Loslassen rauscht die Waffe in hohem Bogen durch die Luft und trifft – mit etwas Übung – ihr Ziel. Praktisch ist, dass sich ein fliegender Speer sporadisch in einen Dreierspeer verwandeln lässt, der breiter streut.


So steht Hans am linken Bildschirmrand und perforiert die zunächst von der rechten Seite ankommenden Gegner. Zum schleichenden Fußvolk gesellen sich bald sprintende Gesellen, sonnenbebrillte Riesen in Booten, Schildträger und auf erratischen Kursen heransegelnde geflügelte Zombie-Hunde. Tadellose Leistungen erhöhen den Punkte-Multiplikator und sorgen fast nebenbei für das Erfüllen der Missionsziele, bei denen es in der Regel darum geht, eine bestimmte Anzahl Gegner auf bestimmte Weise zu eliminieren. Sporadisch verstellt ein Boss den Weg, der schließlich aber gezielten Speeren nichts entgegenzusetzen hat.


Nach Abschluss einer in diverse Abschnitte unterteilen Spielstufe verprasst man das erspielte Geld im Lichtladen, wo man das Arsenal erweitert und die Technik verbessert, um noch effektiver Speere in Feinde werfen zu können. Grafisch gibt sich Lichtspeer minimalistisch und wandelt auf den pastelligen Spuren des seligen The Nightmare Cooperative. Akustisch bietet der Titel weit weniger Fetziges als der Trailer vermuten lässt: Dudelige Synthieklänge untermalen das Massaker ohne auf sich aufmerksam zu machen.


Lichtspeer versucht das Beste aus einer einfachen Prämisse herauszuholen und serviert zusehends besser geschützte Gegner, die man an immer kleineren Stellen treffen muss – doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass fortlaufend das Gleiche präsentiert; eine Spielmechanik, die man in den letzten Jahren schon häufig in Titeln wie Bowmasters oder Vikings: An Archer’s Journey gesehen hat. Allenfalls die kosmetische Oberfläche von Lichtspeer ist bemerkenswert, wie lange diese trägt, hängt vom spielerischen Anspruch ab. Aber die Zeiten von Ziggurat sind nun mal lange her…

Rating: ★★★☆☆