Test: The Bonfire: Forsaken Lands (Video)


Um mit dem Offensichtlichen zu beginnen: The Bonfire – Forsaken Lands [App Store] ist mindestens vom Spiel des Jahres 2017 Kingdom New Lands inspiriert. Wer es darauf anlegt, der kann auch schadlos behaupten, Xigma Games (@xigmagames) hätten sich schamlos das Beste aus der Spielmechanik des Titels gepickt und aus diesen Zutaten ihr eigenes Süppchen gekocht. Bar desto Trotz sind in einer namenlosen Spielwelt harte Zeiten angebrochen, seit eine schlafende Gottheit erwacht ist. Nur ein Titan kann für Ruhe sorgen. Genau darum geht es in The Bonfire: arbeiten, damit der Titan kommt und Ruhe in den Karton einkehrt.


Der Spieler ist fortlaufend damit beschäftigt einer Spielfigur – und bald auch der dahergelaufenen Gefolgschaft – über Schaltflächen Arbeitsaufträge zu erteilen. Sei es, im Wald Holz zu sammeln, in der Mühle Nahrungsmittel herzustellen oder in den Minen zu schuften. Nahrung, Holz und Eisen dienen dem Bau von Gebäuden und der Herstellung von Waffen und eine stetig wachsende Stadt zieht neues Folk an, so dass sich die Wachstumsspirale fröhlich dreht. Dem entgegen stehen die nächtens herbei stürmenden Hunde, Riesenspinnen und andere Ekelpakete, die es zurückzuschlagen gilt.


So tippt man sich mühselig durch Ausrüstungsmenüs und macht Sammler des Nachts zu Wächtern, um sie bei Tagesanbruch wieder zu Sammlern zu machen. Dabei gilt es – dies unterscheidet The Bonfire deutlich von Kingdom: New Lands – auch die Konstitution der Arbeiter und deren persönliche Eignungen im Auge zu behalten. Sind diese schlecht ernährt oder müde, verweigern sie den Wachdienst und die Siedlung bleibt beim nächsten Angriff ungeschützt und so dem sicheren Untergang geweiht. Das wirft weit zurück, allerdings nicht so weit wie beim Perma-Death-Vorbild – sondern nur an den Anfang des letzten Tages.


Seinen größten Reiz zieht der Titel – wie sein Vorbild – daraus, dass der Spieler mit jedem Anlauf dazu lernt. In einer deutlich von Alto’s Adventure inspirierten Umgebung arbeitet man sich hoch – allerdings ist es aufgrund der zahlreichen Schaltflächen tatsächlich Arbeit, sich durch das Spiel zu kämpfen; fortwährend verteilt man Aufgaben und regelt im Inventar der Untergebenen umher, dass man fast glaubt, eine Verwaltungssimulation zu “spielen”. Das Personal bei jedem Schichtwechsel neu ausstatten zu müssen, ist tatsächlich bald Arbeit, keine Zerstreuung.


Wohlmeinend ist The Bonfire: Forsaken Lands eine Ode an Kingdom und Clicker wie A Dark Room. Wohlmeinend ist The Bonfire: Forsaken Lands ein Rohdiamant, dem es bei Bedienung und Ausgestaltung am letzten Schliff fehlt. Wohlmeinend ist The Bonfire: Forsaken Lands eine Indie-Perle. Nüchtern betrachtet allerdings, bereitet das Spiel der Vorbilder in allen Belangen größere Freude, nüchtern betrachtet hätte eine längere Produktionszeit und mehr Feinschliff sowie Liebe zum Detail dem ambitionierten Titel sehr gut getan.

Rating: ★★★☆☆