Test: Still Here – A Pip Adventure (Video)


Idyllischer könnte ein Abenteuer nicht starten. Zu Beginn von Still Here – A Pip Adventure [App Store] lässt Entwickler David Smit (@DavidSmit2) ein blauhäutiges Wesen mit Prinzessin-Leia-Frisur in sattgrüner Landschaft zu fröhlichen Streichern armbaumelnd in der Gegend stehen. So natürlich wie es den Anschein hat, ist es allerdings nicht, denn die Spielfigur hat einen Raketenrucksack auf den Rücken geschnallt, mit dessen beschränkten Schubkräften man es durch Tippen auf die Bildschirmhälften durch die Spielstufen schweben lässt.


Aus ungeklärten Gründen verlassen jedoch alle Bewohner in Raumschiffen fluchtartig das Idyll. Von einem Wrackteil getroffen bleibt die Protagonistin zurück und kümmert sich fortan um das Wohlergehen der einzig anderen Hinterbliebenen: defekten freundlich gesinnten Robotern, die um Reparaturen bitten. So düst der Spieler mit vorsichtigen Tippgesten durch die Spielstufen und klaubt die benötigten Ersatzteile ein, um diese bei den Robotern abzuliefern. Immer brav eins nach dem anderen, damit es auch nicht zu schnell geht mit den Handlanger-Missionen.


Neben Geschicklichkeit ist auch ein überschaubares Maß von Cleverness gefragt. Alsbald blockieren Hindernisse den Weg, die über das Betätigen von Schalten entfernt werden müssen. Kommt die Spielfigur dabei mit Tödlichkeiten wie Elektro-Barrieren in Kontakt, beginnt die Spielstufe von vorn. Besonders ärgerlich ist dies, wenn der Tod unvorhersehbar kommt, etwa weil die Spielfigur von einigen Objekten in der Spielwelt wie von einem Flipper-Bumper abprallt und dann unkontrolliert durch die Spielstufe wirbelt.


Neben den Wrackteilen darf der Spieler in den Spielstufen dutzende Blumen sammeln, die man wiederum gegen Ausrüstungsgegenstände tauschen darf. So wird das idyllische Puppenhaus komplettiert, wenn die Spielfigur in niedlichen Pumphosen und mit einem Pilzhut und umgeschnallten Eichel-Jetpack durch die Welt düst. An der Steuerung ändert die Ausrüstung allerdings nichts, auch wenn eingeblendete Statusleisten dies vermuten lassen. So sind diese Sammel- und Verkleidungsaspekte denn rein kosmetischer Natur.


Von den ersten Spielminuten an erscheint es offensichtlich, dass die Entwicklung von Still Here – nach dem ersinnen der grundlegenden Spielmechanik – stark auf die Ausgestaltung fokussiert war. So ist das gewaltfreie Abenteuer denn auch hübsch anzusehen, spielerisch jedoch gibt es hier nicht viel zu holen. Im Gegensatz zu ähnlich gelagerten Titeln wie Heroki oder Rocket Robo, die das Leveldesign in den Vordergrund stellen und den Spieler stärker fordern, versäumt es Still Here – das zudem an einigen Stellen von Bugs wie ausfallender Musik geplagt ist – dem Spieler mehr aufzutischen und ihn zu fesseln.

Rating: ★★★☆☆