Test: Meteorfall: Journey (Video)


Durch einen Meteoriteneinschlag möchte ein Hexenmeister eine namenlose Fantasy-Welt unterjochen. Als tapferer Ritter, Magier, Diebin, Priesterin oder Necromancer stellt sich der Spieler dem Lich und seinen Schergen im Meteorfall: Journey [App Store] entgegen. Eric Farraro a.k.a. Slothwerks (@slothwerks) hat seine Hausaufgaben gemacht und mischt für sein bislang umfangreichstes Werk die Ideen der besten Kartenspiele für iOS.


Wie in Solitairica sind die stetig anspruchsvolleren Kämpfe gegen die Handlanger des Bösen als rundenweise Kartenduelle inszeniert. Hinzu kommt allerdings, dass Spieler wie in Hearthstone die Zusammenstellung ihres Spielkarten-Sets an die persönliche Spielweise anpassen können. Neben den Lebenspunkten der Figuren bestimmen Aktionspunkte Ablauf und Ausgang der Duelle. Bestimmte Kasten kann man nur ausspielen, wenn ausreichend Aktionspunkte vorhanden sind. Durch (un-)freiwilliges Pausieren regenerieren sich diese.


So kloppt man sich in häufig Minuten-kurzen Duellen die Karten um die Ohren, bis die Lebenspunkte des Gegners verbraucht sind. Unterliegt man selbst, muss man von vorn beginnen. Der Schlüssel zum Sieg ist ein Blatt, das sich aus wenigen komplementären Karten zusammensetzt: nur wer Eigenschaftskarten und Angriffskarten im Stapel hat, kann eine Schlacht für sich entscheiden. Kommt eine bestimmte Eigenschaftskarte am Anfang der Runde, wertet sie folgende Angriffskarten auf.


Durch siegreiche Duelle entwickelt die Spielfigur ihre Gesundheits- oder Aktionspunkte. Für gewonnenes Gold wertet man beim zufällig auftauchenden Schmied Karten auf. In ebenfalls zufälligen Schatzsuchen findet man neue Karten oder erhält die Gelegenheit, eine unliebsame Karte loszuwerden. Einen Kampf antreten oder sich erholen? Eine Karte ausspielen oder sie zurück in den Stapel stecken? Der gesamte Spielablauf von Meteorfall ist eine Abfolge von zweiwertigen Entscheidungen, die man wie in Reigns bequem mit einer Daumenbewegung nach links oder rechts fällt.


Die Cartoon-Ausgestaltung der Spielkarten erinnert an den Stil der Zeichentrickserie „Adventure Time“ und erweckt einen harmlosen Eindruck, doch die Lernkurve bei Meteorfall ist steil. Nach anfänglichen Misserfolgen erarbeitet man sich durch das Kennenlernen der Karten und Angriffsweisen der Gegner bald solide Blätter, sodass man etwas zu schnell bis zum Endkampf voran kommt. Doch dann kann man mit einer der vier anderen Klassen, die sich spielerisch deutlich voneinander unterscheiden, erneut in die kurzweilige wie fordernde Schlacht gehen.

Rating: ★★★★½