Test: holedown (Video)


Mit seinem dritten iOS-Titel nach rymdkapsel und twofold, inc. entführt der schwedische Indie-Entwickler Martin Jonasson (@grapefrukt) Spieler unter die Erde. Unter einer schlichten Anmutung, die mittlerweile als sein Markenzeichen angesehen werden kann, mischt er in holedown [App Store] Billard und Breakout. Ziel des Spielers ist es, im Inneren vom Planeten Hindernisse aus dem Weg zu räumen, indem er sie mit Bällen beschießt.


Wie bei so vielen hervorragenden Titeln ist eigentlich alles ganz simpel. Das Spielfeld ist ein Schacht, durch den der Spieler sich seinen Weg bahnt. Ihm im Weg stehen Hindernisse, die sich aus dem Weg räumen lassen, indem man sie mit einem Ball beschießt. Das geht mit einem Finger von statten: auflegen, zielen, loslassen, ab dafür. Doch wie sollte es anders sein, ganz so einfach ist es dann doch nicht und das hat viele Gründe. Nicht jedes Hindernis gibt sich mit nur einem Treffer zufrieden. Nicht alle Hindernisse purzeln in die Tiefe, wenn man die unter ihnen liegenden beseitigt.


Auch die Ressourcen sind knapp, denn die Zahl der zur Verfügung stehenden Bälle, allesamt mit niedlichen Grinse-Gesichtern ausgestattet, ist begrenzt. Das ändert sich allerdings im Spielverlauf, wenn der Spieler sich aufrüsten kann und mehr Bälle ins Spiel kommen, die bei gleichzeitigem Abschuss den Bildschirm in ein Flipperinferno verwandeln. Bei aller Hektik nach dem Abschuss geht es in holedown rundenweise ans Werk. Sind die abgefeuerten Bälle an den oberen Rand zurückgeprallt, rücken die verbliebenen Hindernisse auf; erreichen diese den oberen Rand, ist das Spiel vorbei.


So arbeitet man sich stetig voran. Scheitern gehört zum Spielprinzip hinzu, denn mit der Grundausstattung kann der Spieler nicht einmal den ersten Planeten abschließen. Doch die Ressourcen, um die Konditionen zu verbessern, sind großzügig gestreut und so geht es mit stetigen Erfolgserlebnissen fortschrittlich von Planet zu zufällig generiertem Planet, immer das Gesetz im Hinterkopf, dass Einfallswinkel und Ausfallswinkel einander entsprechen. Und – dem Zufall geschuldet – ist trotz aller Physik mehr Geduld gefragt, denn Können.


Technisch ist holedown meisterlich gelungen, selbst wenn mehr als 30 Bälle über den Bildschirm flitzen, läuft alles geschmeidig ab. Musik und klangliche Untermalung sind stimmig. Leider legt sich die aus der Eingängigkeit resultierende anfängliche Euphorie bald, denn holedown bringt im Spielverlauf nichts Neues. So bleibt es eine intuitiv einhändig bedienbare Zeitverschwendung im besten Sinne, allerdings keine, die schließlich lange im Gedächtnis bleibt, denn zu schnell hat man das gesehen, das holedown zu bieten hat.

Rating: ★★★½☆