Test: Odium to the Core (Video)


Mit Odium to the Core [App Store] laden Dark–1 Games (@dark1_games) zu einem anspruchsvollen Tunnelflug. Der Titel setzt auf ein schlichtes Spielprinzip. Der Protagonist Odium – ein einäugiges Kaulquappen-Wesen mit Zahnrad-Kopf – treibt rechtsstrebig durch ein verwundenes Höhlensystem. Solange der Spieler auf den Bildschirm tippt, gewinnt Odium an Höhe. Auf sich allein gestellt, sinkt der schwarze Zyklop zielstrebig in sein Verderben. So geht es im steten Auf und Ab durch die Spielstufen. Je weniger der Spieler eingreift, desto höher der Punktebonus.


Die 15 Abschnitte sind von zahllosen Tödlichkeiten durchzogen. Im einfachsten Fall ist das unvermittelt aus den Rändern Hervorstehendes. Zudem muss man Odium über Schalter lenken, um vor ihm liegende Barrieren zu öffnen und ihn durch sich zu Spalten verengende hydraulischen Pressen navigieren sowie an sich rhythmisch bewegen Apparaten vorbeilotsen. Die akustische Untermalung ist mehr als atmosphärisches Beiwerk. Die Schlagzahl der treibenden Drum-and-Bass-Stücke spiegelt die Spielgeschwindigkeit wider. Bewegliche Hindernisse agieren zudem im Takt der Musik. Viel erinnert an lilt line.


Grafisch erinnert die düstere Scherenschnitt-Optik an die Badland-Titel. Allerdings sind die Hintergründe und die Spielstufen in Odium to the Core schlichter dekoriert. Nicht immer ist dabei ersichtlich, ob ein Element zum Hintergrund gehört oder Teil des Spielgeschehens ist. Im Zweifelsfall entscheidet der tödliche Kontakt. So stirbt der Spieler bald dutzende Tode pro Spielstufe und prägt sich durch schlechte Erfahrungen ein, wie die Ideallinie verläuft. Hinweise auf den sicheren Kurs bieten entlang dieses verstreute Kristallen. Dezente rote Farbklekse deuten an, wo sich Geheimpassagen verbergen.


Wie klassische Arcade-Titel will Odium to the Core seine Spieler fordern: Es ist hart, aber stets fair; erlösende Rücksetzpunkte sind rar und hohe Frustrationstoleranz des Spielers die Grundvoraussetzung. Wem diese Latte nicht hoch genug liegt, versucht sich nach dem Meistern einer Stufe an dessen Alptraum-Modus, der auf Rücksetzpunkte und Ideallinien-Hinweise verzichtet, dafür aber zusätzliche Fallen bereithält. Der anspruchsvollen Tunnelflug ist ein praktikabler Test, um die Grenzen psychischer Belastbarkeit auszuloten.

Rating: ★★★½☆