Test: Death Coming (Video)


Zu den unausweichlichen Gewissheiten des Lebens gehört der Tod. Während das Sterben nach dem Hörsagen – und Spielerfahrungen wie That Dragon Cancer – eine eher unangenehme Sache ist, verhält es sich mit dem Morden schon ganz anders. Wer ist nicht glauben möchte, spielt Hitman GO. Um die Unterhaltsamkeit des zielgerichteten Tötens wissen wohl auch The Next Studio (@NEXT__Studio) und stellen augenzwinkerndes Meucheln in den Mittelpunkt von Death Coming [App Store], in dem man unbedarfte und größtenteils Unschuldige auf kreativen Wegen ihrer irdischen Existenz beraubt.


Gleich zu Beginn des Spiel kommt der Spieler selbst zu Tode und findet sich in der Obhut des Sensenmannes wieder, der sich als neuer Vorgesetzter vorstellt. Da dieser seine Opfer nicht selbst über die Klinge springen lassen kann, muss man als sein Assistent mit geisterhafter Hand für Unfälle sorgen, die andere um ihr Leben bringen. Die Opfer wuseln durch eine zoombare und so mehrere Bildschirme große isometrische Pixellandschaft, deren liebevolle und detailreiche Ausgestaltung an die Anmutung von Eboy Fix Pix erinnert.


Im einfachsten Fall lässt der Spieler mit einem Tipp Gewichtiges auf Zivilisten niederstürzen, doch schon bald Bedarf es des Auslösens von Ereignisketten um die Opfer zu locken, um sie anschließend zu entleben. Die Todesarten sind witzig-kreativ, wenn Museumsbesucher von Saurier-Skeletten erschlagen werden, oder Planierraupen-Fahrer andere Arbeiter zerquetschen, weil ihnen einer von einer Wäscheleine losgerissener Büstenhalter die Sicht genommen hat. So versucht der Spieler seine Todesquote zu erreichen und dabei bestenfalls pro Spielstufe drei bestimmte Zielpersonen zu erledigen.


Kompliziert wird das simple Spielgeschehen durch Wetterbedingungen, denn bestimmte Fallen lassen sich nur zu bestimmten Witterungen auslösen – der von einer ramponierten Straßenlaterne ausgehende Stromschlag haut eben erst erst bei Regen so richtig rein und lässt die liebevoll gestalteten Kopffüßler zerbritzeln. Für weitere Komplikationen sorgen im Spielverlauf auftauchende Engel, die die Spielwelt überwachen und in deren Anwesenheit man die Tötungsassistenz einstellen sollte. Tatsächlich erzeugt diese Komponente allerdings kaum Stress.


Der eigentliche Spaß entspringt dem Erspähen und Verstehen der Todesfallen. Ein eigentlich entspanntes Vorgehen, wobei allerdings störend ist, dass der Spieler Chancen verpassen kann, weil sich die Fallen nicht beliebig häufig auslösen lassen. Ein im falschen Moment geöffneter Gullideckel ist eine dauerhaft verpasste Gelegenheit. So kann eine unbedarfte Handlung einen ansonsten tadellosen Durchgang ruinieren. Doch die zahlreichen niedlichen Pixeltode trösten über diese Tragik hinweg.

Rating: ★★★★☆