Test: Tesla vs Lovecraft (Video)


Mit Tesla vs Lovecraft [App Store] tischen die Finnischen Top-Down-Shooter-Experten von 10tons (@10tonsLtd) ein schräges Duell auf. Auf der einen Seite der Elektrotechnik-Visionär Nikola Tesla, auf der anderen Grusel-Autor H.P. Lovecraft: Während Tesla einem faszinierten Publikum mit viel Blitz und Knistern seine freie Energie vorstellt, stürmt Lovecraft die Veranstaltung und warnt davor, sich mit Unkontrollierbarem einzulassen. So soll es dann auch schließlich kommen. Der Auftakt zu einem hektisch-zerstörerischen Epileptik-B-Movie.


Tatsächlich hat Teslas Vorführung Folgen, denn kurz darauf brennt sein Labor nieder und verdächtige Fischdämonen plündern das Inventar. Diesen folgen weitere unansehnliche Kreaturen, die über Portale aus einer Paralleldimension strömen und es allesamt auf Tesla abgesehen haben. Wie schon in den vorherigen hervorragenden 10tons-Schießbuden Neon Chrome und Jydge betrachtet man das Geschehen auch in Tesla vs Lovecraft aus der Draufsicht. Mit dem linken Daumen bewegt man Tesla durch Arenen. Der rechte Daumen bestimmt die Richtung, in die Tesla seinen Revolver und bald auch andere Waffen abfeuert.


Augen- und tragfähigste Änderung zu den Vorgängern ist das Setting in viktorianischen Straßen und Fried(höfen). Zu großen Teilen kann man seine Umgebung zerlegen, was weniger Deckung aber dafür mehr Bewegungsfreiheit nach sich zieht. Mit Hilfe seines Rucksacks, ausgelöst durch einen Doppeltipp des linken Daumens, ist Tesla in der Lage, sich über kurze Distanzen zu teleportieren, um Feinden zu entgehen. Angesichts der Horden aus bald dutzenden Dämonen eine sich als durchaus hilfreich erweisende Idee.


Verstreut in den Spielstufen sind alternative Waffen die vom Klassiker Schrotflinte bis hin zu eindrucksvollen Energiewaffen reichen. Zudem sammelt Tesla Gegenstände ein, die per Doppeltipp mit dem rechten Daumen ausgelöst werden und für großflächige Flurbereinigung sorgen und so aus brenzligen Situationen helfen. Durch das Einsammeln von dessen Einzelteilen stückelt sich Tesla schließlich seinen Mech zusammen: ein Exo-Skelett, mit dessen kurzfristiger Hilfe sich die Horden des Bösen wie Insekten zerquetschen lassen.


Durch fortlaufendes Zerschroten der Gegnerhorden sammelt Tesla Erfahrungspunkte, die sich in – lediglich für die jeweilige Spielstufe – wirksame Fähigkeiten umwandeln lassen. Allerdings unterbrechen die jeweils zweiwertigen Entscheidungen für eine Fähigkeit, die händisch angestoßen werden, den Spielfluss. Zudem sorgt diese Umsetzung für eine Gleichförmig- und Beliebigkeit, denn in jeder Spielstufe startet Tesla erneut talentfrei. Von Dauer allerdings sind durch Äther-Kristalle ermöglichte Entscheidungen zur Verbesserungen am Inventar – diese eröffnen sich jedoch erst spät.


Wenn Tesla mit Mech oder der Strahlenwaffen wie Butter durch die Horden des Bösen schneidet, fühlt sich das wundervoll mächtig an. Ein schneller Fix, denn die Spielstufen sind angenehm kurz und kurzweilig. Allerdings verbraucht sich das Setting alsbald und die notwendigen und geringfügig taktischen Entscheidungen zur Verbesserung von Teslas Fähigkeiten fragmentieren den Spielfluss. Ein gelungener Titel, doch schließlich kann Tesla vs Lovecraft nicht aus den langen Schatten seiner hervorragenden Vorgänger treten.

Rating: ★★★½☆