Test: Beat Cop (Video)


Es läuft schlecht für den aufrichtigen New Yorker Detective Jack Kelly in Beat Cop [App Store] von 11 bit studios (@11bitstudios). Am Ende eines nächtlichen Einsatzes stehen eine Leiche, verschwundene Diamanten und seine Strafversetzung. Degradiert muss Kelly fortan in den Straßen von Brooklyn Dienst schieben. Das Geschehen spielt sich im Wesentlichen in einem wenige Häuserblocks umfassenden Kiez – dem Beat – ab. Fingerzeige dirigieren Jack durch die Straßen in Retro-Pixelgrafik. Kellys Ausrüstung – Uhr, Funkgerät, Notizblock, Handschellen und Pistole – ist stets über den unteren Bildschirmrand erreichbar.


Über die meiste Zeit spielt sich Beat Cop wie ein klassisches Adventure: Kelly spricht mit den Bewohnern des Stadtteils, sammelt Hinweise und zieht daraus seine Schlüsse. Durch die Entscheidungen des Spielers verändern sich die Beziehungen zu Kiez-Bewohnern, Kollegen und Kriminellen sowie der Kontostand. Geld benötigt Kelly für Doughnuts, Hotdogs und regelmäßig fällige Alimente. Zudem tobt ein Bandenkrieg, in den Kelly hineingezogen wird. Es liegt jedoch zum großen Teil am Spieler, wie er den Tag verbringt.


Immer wieder jedoch fordern die Vorgaben des Chefs, Aufträge aus der Zentrale oder Ereignisse auf der Straße die Aufmerksamkeit. Zum Tatort laufen, eine bestimmte Zahl von Parktickets ausstellen, einen Flüchtigen fangen. Das sorgt für Zeitdruck bei den Nachforschungen bezüglich des eigenen Falls. Schließlich bleiben nur 21 Tage, um die eigene Unschuld zu beweisen. Allerdings ist es durchaus möglich, neben der dienstlichen Pflicht noch diese Kür zu erledigen.


Wer die Nachbarschaft und ihre Geschäfte kennt, kann sich um fast alles kümmern, lediglich die etwas hakelige Steuerung steht dem im Weg. Die Mischung aus Adventure und Zeit-Management will eine Hommage an amerikanische TV-Serien der 1980er Jahre sein. Die politisch inkorrekten – häufig auch sexistischen und sogar rassistischen – Dialoge und Charakterzeichnungen überschreiten jedoch immer wieder Anstandsgrenzen. Anhänger der GTA-Serie, die derbe Töne und Geschmacklosigkeiten einzuordnen wissen und in der 16-bit-Zeit verwurzelt sind, werden sich mit dem ironischen Genremix amüsieren.

Rating: ★★★½☆