Test: Bendy and the Ink Machine (Video)


Unverhofft lädt der ehemalige Arbeitgeber in Bendy and the Ink Machine [App Store] von Joey Drews Studios (@BATIMgame) nach 30 Jahren dazu ein, die frühere Wirkungsstätte zu besuchen. Doch schon beim Betreten der Joey-Drew-Studios, in den 1930er Jahren Produktionsstätte von Animationsfilmen, schwant nichts Gutes. Und folglich entpuppt sich der in Aussicht gestellte Spaziergang in die berufliche Vergangenheit als Horror-Trip. Aus der Ego-Perspektive erkundet der Spieler als Henry Stein die in Sepia-Töne getauchte Cartoon-Fabrik.


Schwarzmagische Tinte quillt aus den Fugen und tropft von der Decke. Die verwinkelten Gänge, niedrigen Decken und stets schummrige Beleuchtung wecken Erinnerungen an den Shooter-Klassiker Doom. Bendy and the Ink Machine ist in Missionen unterteilt, im Laufe derer man Schalter aktiviert oder Gegenstände zusammensucht. Eingestreut sind kleine Rätselpassagen, bei denen es meist darum geht, Aktionen in einer bestimmten Reihenfolge auszuführen. So eröffnen sich vormals versperrte Areale des überraschend weit verzweigten Gebäudes.


Bald stellt sich heraus, dass Henry keinesfalls allein in der Cartoon-Fabrik unterwegs ist. Es muss sich mit Rohren, Axt und anderen Waffen nicht nur einen Weg durch Barrikaden bahnen, sondern mittels stumpfer Klopperei auch aus Tintenpfützen wachsende Dämonen aus dem Weg räumen. Der linke Daumen bewegt Henry, ein Umherfahren mit dem rechten Daumen steuert seinen Blick. Die Aktionsflächen in der rechten Bildschirmhälfte sind allerdings ergonomisch ungünstig und unverrückbar platziert.


Deutlich besser spielt sich der Titel mit einem Controller. Je tiefer der Weg in erzwungen gemächlicher Schrittgeschwindigkeit in die Cartoon-Fabrik führt, desto unheimlicher wird es. Herumliegende Tonbandaufnahmen legen die Stück für Stück die Hintergrundgeschichte offen. Die atmosphärischen englischen Sprachausgaben sind mit deutschen Texten unterlegt. Grafische Details wie Qualm und Tintenpfützen machen den Erkundungsgang phasenweise zur Ruckelpartie. Bendy and the Ink Machine wandelt auf den Spuren narrativer Survival-Horror-Titel wie BioShock, stellt die Action aber dem Grusel hintenan. Dabei machen sich die Entwickler einen Spaß daraus, von der beklemmenden Atmosphäre eingefangene Spieler immer wieder zu erschrecken.

Rating: ★★★★☆