Test: The Gardens Between (Video)


Bevor ein Umzug am kommenden Morgen die Nachbarn und besten Freunde Arina und Frendt voneinander trennen soll, ziehen sie noch einmal in ihr Baumhaus. Just in dieser Nacht entführt eine bei einem Blitzschlag einschwebende strahlende Kugel die beiden in fantasievolles Abenteuer. Samt Baumhaus landen die Freunde an einer farbenfrohen Insel, die bestückt ist mit Umzugskartons und Gegenständen aus der gemeinsamen Kindheit wie Spielkonsolen und Videorekordern. The Gardens Between [App Store] von The Voxel Agents (@thevoxelagents) ist ein liebevoll erzähltes Abenteuer um beste Freunde.


Gleich zu Beginn macht The Gardens Between seine Besonderheiten deutlich. Der Spieler ist vor allem Zuschauer. Er steuert nicht die Figuren, sondern die Zeit. Durch horizontale Wischgesten läuft diese vor oder zurück, während Arina und Frendt ihren Weg um das dreidimensionale Eiland und später weitere nehmen. Beide Figuren haben besondere Fähigkeiten: Arina kann per Tipp auf den Bildschirm eine Lampe aktivieren, deren strahlende Füllung Brücken baut und hinderliche Nebel beseitigt. Frendt ist in der Lage an Glocken zu ziehen, die Gegenstände in der Spielwelt verändern.


Aus dem Zusammenspiel der Fähigkeiten ergibt sich eine clevere Mechanik, mit der die beiden Hindernisse überwinden. Statt auf explizite Anweisungen setzt der Titel auf experimentieren und ausprobieren. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, genau auf die veränderliche Umgebung zu achten. Stoppt die Zeit in dem Moment, in dem ein Tropfen aus einer Rohrleitung auf eine Stromleitung fällt, eröffnet sich durch den Kurzschluss ein zuvor versperrter Weg. Auch andere Rätsel spielen clever mit der Zeit, etwa wenn Arina durch Sprünge auf einer Rechenmaschine eine Zahlenkombination eingeben muss.


Zumindest bei einigen Physikrätseln geht es nicht immer logisch zu, aber das verzeiht man dem liebevoll ausgestalteten Titel. Mit weiteren Inseln, die jeweils etwa 15 Minuten Spielzeit bieten, führt der Titel immer neue Varianten der Zeitpuzzles ein. Um so bedauerlicher, dass das Abenteuer auf dem Höhepunkt der Komplexität nach etwa zweieinhalb Stunden bereits vorbei ist. Doch das gewaltfreie Abenteuer macht das Beste aus seiner Kürze, bezaubert mit seiner Stimmung und langweilt zu keiner Zeit.

Rating: ★★★★½