Test: Path of Giants (Video)


Im Erstling von Journey Bound Games (@journey_bound) verschlägt es drei abenteuerlustige Forscher auf eine Schatzsuche. Matchi, Bern und der Trottel im gelben Parka erkunden in Path of Giants [App Store] eine Reihe von isometrischen Höhlen, in denen die alten Könige den Lantri in der Obhut von Giganten verborgen haben sollen. Um sich erfolgreich einen Weg durch die Eislandschaft zu bahnen, sind die drei aufeinander angewiesen. Nur wenn sie einander unter die Arme greifen und weiterhelfen steht der Weg zum Ausgang offen.


Die zwölf Spielstufen sind zumeist in drei Abschnitte unterteilt. Ziel ist es in jedem Abschnitt, die drei in unterschiedliche Farben gekleideten Forscher auf farbige Flächen zu lotsen. Das könnte einfach sein, wenn die drei sportlicher wären. Tatsächlich können sie sich jedoch nur in Ebenen frei bewegen; wollen sie auf ein höheres Niveau, muss ein anderer Forscher Hilfe leisten. Dabei ist es lediglich möglich einander eine Höhere Stufe zu eröffnen; ein Abseilen um auf tiefere Plateaus zu gelangen, ist nicht möglich.


Die Kletterei wird alsbald anspruchsvoller, da sukzessive neue Spielelemente hinzu kommen. Flaschenzug-Fahrstühle, Portale und Schalter, die – wie im optisch durchaus vergleichbaren Monument Valley – versteckte Mechaniken in Gang setzen, die ganze bauliche Strukturen bewegen und neue Wege eröffnen. Des Rätsels Lösung liegt dabei stets in der korrekten Reihenfolge, welche Forscher zunächst welchem anderen helfen muss, um die farblich codierten Hürden zu nehmen. Besonders angenehm ist stets, wie gut die Spielstufen auf zuvor etablierte Logiken aufbauen.


Den krönenden Abschluss einer Spielstufe bildet ein Logik-Puzzle im Pipemania-Stil, bei dem auf einer Matrix verstreute Röhren-Elemente so gedreht werden müssen, dass sich ein Kreislauf schließt. Wohlwollend eine kostenlose Knobel-Dreingabe, die allerdings wie ein angeflanschter Fremdkörper wirkt. Auch bei Lara Croft GO haben sich Journey Bound inspirieren lassen. Wer in jedem Abschnitt fleißig Tonkrüge durch Antippen zerdeppert, wird nach dem Durchspielen mit einer Bonus-Spielstufe belohnt.


Nichts an Path of Giants ist innovativ und neu, allerdings ist von der stimmigen Präsentation getragene Mischung durchaus gefällig. Über seine gesamte Spielzeit ist Path of Giants kopfzerbrechend reizvoll, ohne jedoch zu frustrieren. Allenfalls, dass an einigen wenigen Stellen unvermittelt auch Geschick und Timing gefragt sind, irritiert. Dafür erlaubt es der Titel, versehentliche Fehler zurückzunehmen. Path of Giants ist eine geschliffene Indie-Knobel-Perle mit der man eine gute Zeit verbringt.

Rating: ★★★★☆