Test: Undead Horde (Video)


Dass die verbreitete Annahme, ein Huhn hätte wenig zu tun, eine irrige ist, zeigt Undead Horde [App Store] von 10tons (@10tonsLtd). Ohne ein Huhn würde beispielsweise der letzte Nekromant Orcen dauerhaft in der Urne festsitzen, in der er von den Paladinen eingesperrt wurde. Vom Federvieh befreit kann er endlich Rache nehmen, indem er eine Armee von Untoten um sich scharrt und mit dieser seinen Erzfeind, den Paladin Benevictor, aus der Welt schafft. Doch bis dahin es ein langer von zahlreichen Leichen gepflasterter Weg.


Orcen läuft mit einem Schwert bewaffnet durch die Welt und metzelt, was ihm unter die Klinge kommt. Die Leichen kann er auferstehen lassen und die so entstehende Untoten Armee – Hühner inklusive – steht ihm als Leibgarde bei. Diverse Schaltflächen dienen dem Schnetzeln, Beschwören und Entsenden, respektive Heranpfeifen der Entourage, die im Gegensatz zum großgewachsenen Nekromaten auch den Weg in enge Gänge findet. Allerdings geht es beim Marodieren vorrangig darum alles was in einem abgegrenzten Territorium fleucht zu töten.


Eine Mini-Karte schafft Orientierung wenn es in den weitläufigen Arealen ans Massaker geht. Werden Orcen und seine Horden überwältigt, finden sie sich in einer Krypta wieder, von der aus es an einen neuen Anlauf geht. Hier finden sich auch Statuen diverser Opfer; durch anbeten stattet man sich so mit Einheiten aus. Jede hat bestimmte Eigenschaften und einen sogenannten Kommandowert – so muss man abwägen wie man den Trupp zusammensetzt. Doch mit Taktik und Einsatzplanung nicht genug…


… auch Rollenspiel-Elemente finden sich in Undead Horde. Der Necromancer sammelt Erfahrungspunkte, die der Entwicklung seiner Fähigkeiten dienen. Erbeutete Waffen und Ausrüstung wandern in ein Inventar das dabei hilft die richtige Waffe für den richtigen Einsatz auszusuchen. Trotz all dieser Zutaten überwiegt jedoch die Action: Undead Horde ist eine Schlachtplatte reichhaltig belegte Schlachtplatte, die sich jedoch zu keiner Zeit ernst nimmt. Wir erinnern uns an das eingangs erwähnte Huhn – der Rest des Spiels folgt dieser Stimmung.


Wenn es um Horden geht, zwingt sich – zumindest auf iOS – der Vergleich mit Barbearian auf. Hier zeigt sich allerdings, dass sich Undead Horde ein wenig viel vorgenommen hat. Es braucht eine Zeit, bis man die die vielen Mechaniken und Genre-Anleihen durchschaut und deren Bedeutung bewertet hat – und schließlich feststellt, dass vieles nur Staffage ist. So verbringt man viel Zeit mit Inventar-Management und Horden-Auswahl, wo es doch eigentlich nur um Massaker geht. Etwas weniger, wäre mehr gewesen.

Rating: ★★★½☆