Test: Minit (Video)


Das geruhsame Leben eines kleinen kugelförmigen Schnabelwesens nimmt eine jähe Wendung, als es martialisches Strandgut aufsammelt. Das angespülte Schwert ist verflucht und der Finder dazu verdammt, alle 60 Sekunden zu sterben und im Eigenheim aufzuerstehen. In zahllosen minutenlangen Anläufen soll der Spieler alles wieder gut machen. Mit seiner originellen Spielidee übt Minit [App Store] von Devolver Digital (@devolverdigital) spannenden Druck aus.


Spielerisch verneigt sich Minit von Beginn an vor frühen Legend-of-Zelda-Teilen. Aus der Vogelperspektive fällt der Blick auf die Pixelwelt aus aneinander gereihten Bildschirmen. Die Daumen lenken den Schnabelmann und lassen diesen austeilen. Dabei braucht es etwas Einspielzeit, um sich damit zu arrangieren, dass lediglich Hiebe in die vier Himmelsrichtungen aber nicht diagonal möglich sind. Zudem kann der Held gefundene oder erhaltene Gegenstände verwenden oder mit den Bewohnern sprechen, die meist um Gefallen bitten.


Die Herausforderung liegt darin, die Aufgaben innerhalb jeweils einer Minute zu erledigen, damit sich die Spielwelt dann dauerhaft ändert oder neue Gegenstände verfügbar werden. Verdrischt man die Monster vor der Bar, erhält man vom Betreiber einen Kaffee, der so stärkend ist, dass man die durch Steine verstellte Kiste öffnen kann, in der der Schlüssel zu Leuchtturm steckt – es gibt viel zu tun, in drei Minuten Minit. Und täglich grüßt das Damoklesschwert


Im Spielverlauf eröffnen sich neben dem Eigenheim weitere Wiederauferstehungs-Unterkünfte, die den Bewegungsradius erweitern. Dennoch ist die Größe der Welt überschaubar und das komplett auf Deutsch lokalisierte Action-Adventure in etwa drei Stunden absolviert. Für Rekruten von der ganz schnellen Truppe eröffnet sich dann ein Modus, der die Lebensphasen auf 40 Sekunden verkürzt. Grafisch setzt Minit auf Minimalismus; eine monochrome 2-Bit-Anmutung.


Es bedarf daher häufig mindestens eines zweiten Blicks, um die liebevollen Pixel-Kleinigkeiten zu erkennen, aus denen die Welt besteht. Die namensgebende beschränkende Spielmechanik ist, wie das Schwert, Fluch und Segen. Die tickende Uhr steht vor allem nach dem Durchspielen dem Wunsch entgegen, die Spielwelt und alle ihre Geheimnisse in Ruhe erkunden zu können. Auf der anderen Seite sorgt das Damoklesschwert für spannenden Antrieb und beschert ein originelles Abenteuer.

Rating: ★★★★☆