Test: Birk’s Adventure (Video)


Nach länger Stille werfen die Veteranen von Donut Games (@DonutGames_) endlich wieder einen Pixel-Plattformer auf den Markt. Nach dem fantastischen Traps ’n’ Gemstones und dem ebenfalls rundum zufrieden stellenden Vulture Island liegen die Erwartungen hoch für Birk’s Adventure [App Store]. An einer originellen Handlung möchten sich die Schweden nicht abarbeiten: In einer ungewöhnlich stürmischen Nacht verschwanden König und Prinzessin, Skelette stromern durch das Schloss, es schreit nach einem Helden, der für Ordnung sorgt. Auftritt Birk.


Der putzige Pixelheld wird über Pfeiltasten mit dem linken Daumen nach links und rechts durch die Lande gelotst. Der rechte Daumen lässt den behelmten Helden springen oder eine Aktion ausführen. Welche das ist, hängt vom jeweils ausgerüsteten Gegenstand ab. Mit dem Schwert verdrischst er die sich gemächlich bewegenden niedlichen Gegner – die sich auch in Super-Mario-Manier mit einem Sprung auf den Kopf erledigen lassen. Das knabbern an Äpfeln führt Birk Energie zu und mit Bomben sprengt er sich den blockierten Weg frei.


Im Spielverlauf sammelt Birk weitere Waffen, die ihn vor allem in den Kämpfen mit größeren Monstern hilfreich sind, die in unterirdischen Gewölben ablaufen. Der Spieler hat die freie Wahl, in welcher Reihenfolge er die zahlreichen Verließe erkunden, ob er erst Fähigkeiten verbessern und Waffen sammeln oder sich gleich mit Brocken anlegen möchte. Die seltene Metroidvania-Ausnahme von der Freiheit bilden Passagen, deren Zutritt eine bestimmte Ausrüstung oder Fähigkeit erfordert. Für Orientierung sorgt dabei eine grobpixelige Karte, die trotz des geringen Detailgrades gut lesbar ist.


Erst wenn Birk alle in den Kerkern und dem sonstigen Königreich verstreuten Steintafeln gefunden hat, kann er sich an die Befreiung der Majestäten machen. Die ist nach knapp fünf durchweg unterhaltsamen Stunden abgeschlossen, doch hat man bis dahin sicher nicht alle versteckten Schätze aufgespürt, was der Titel mit einem 100-Prozent-Abschluss belohnt. Tatsächlich sind viele der Schatztruhen diebisch gut versteckt – eine reine Fleißarbeit für Komplettisten. Tückisch zudem, dass nach dem Durchspielen nur ein Neuanfang als Ausweg bleibt.


Der größtenteils geschmeidige Spielverlauf kommt immer dann ins Stocken, wenn Birk bestimmte Gegenständige benötigt, diese aber zunächst sammeln muss, da es keinen gut ausgestatteten Händler in der Spielwelt von Nidala gibt. Doch die Niedlichkeit der Welt und die präzise Steuerung nehmen dem Gerenne viel von seiner Nervigkeit. Was allerdings durchgängig nervt, ist das Umschalten der Waffen. So erfordert es viele Tipps, um von Schwert zu Apfel zu Schwert zu wechseln, um in einem der seltenen hektischen Auseinandersetzungen schnell mal die Gesundheit zu verbessern.


Diesen Kinken zum Trotz macht Birk’s Adventure aber auch ganz viel richtig. Mit seinem überschaubaren Umfang wird es zu keiner Zeit langweilig. Die präzise Steuerung beugt Frust vor und die niedliche 2D-Pixelwelt wärmt Herzen von Nostalgikern. Birk’s Adventure ist ein durch und durch unterhaltsames Abenteuer, dass sich hervorragend in kleinen Happen angehen lässt und das sich hervorragend zwischen die Donut-Perlen Traps ‚n‘ Gemstones und Vulture Island einreiht.

Rating: ★★★★☆