Test: Pizza vs. Skeletons (Video)

Die Demarkationslinie zwischen Genie und Wahnsinn ist dünn. Was man sich eines Nachts im Vollrausch als Geniestreich notiert, entpuppt sich in der Regel am Folgetag als unleserlicher Schrott, über dessen ausgebliebene Umsetzung die Nachwelt dankend johlen darf. Mutig war es daher von Riverman Media (@rivermanmedia) von einem dieser unsäglichen unleserlichen Zettel nicht abzulassen und das darauf gekritzelte „Skelette“ und „Pizza“ als Impetus für ein iPad-Spiel anzusehen. Herausgekommen ist die rollende Hölle, Unsinn im Quadrat. Herausgekommen ist ein Spiel um Skelette und Pizza.

Die an den Haaren herbeigezogene Hintergrundgeschichte allein wäre Grund dafür, die Entwickler in einen Ort hinter hohen Mauern einliefern zu lassen. Den Rivermen zur Folge haben sich modifizierte Pizzas als ideales Instrument zur Abwehr von einfallenden Skelette bewährt. Warum die Skelette den Burgfrieden bedrohen, tut ebenso wenig zur Sache wie die Abwesenheit von Flammenwerfen und Explosivgeschossen. Andersartigkeit wird als Alleinstellungsmerkmal kultiviert. Mittels Neigungssteuerung wird eine überdimensionale, anthropomorphisierte Salami-Pizza durch die Spielstufen gesteuert.

Der rollende Teigklumpen schwingt sich per Druck auf den Bildschirm auf. Ein erneuter Druck lässt ihn – dem Engel der Vernichtung gleich – malmend auf Feinde und Gerümpel niedersausen. Ziel ist es, Horden von Skeletten, viele mit Hieb und Stichwaffen ausgestattet, zu zermalmen. Die einfache Prämisse erfährt in den 100 Spielstufen fortwährend Variation: So rollt die Pizza steile Abhänge hinab, muss entführte Hundewelpen sicher nach Hause bringen oder auf einem Schädel über ein Dornenmeer balancieren. Am Ende Spielstufen bietet das Wheel of Pizza die Möglichkeit, virtuelles Geld anzuhäufen, durch das die Pizza individualisiert werden kann.

Wahnsinn und MiniSpiel-Charakter von Skeletons vs. Pizza erinnern im positiven Sinn an Wario Ware oder die NOM-Titel von Gameware. Die Bescheuertheit und die kurzen Spielintervalle tragen den Titel erstaunlich lange. Wer an das Fliegende Spaghettimonster  (WP) glaubt wird bestens unterhalten. Hand anlegen müssen die Entwickler dennoch, denn so schön die Fahrstuhlmusik mit Castlevania-Anleihen ist, die in den Spielstufen begleitend dudelt, so schmerzlich werden doch mark- und knochen-erschütternde Soundeffekte vermisst.

Rating: ★★★★☆