Test: Lost Winds 2 – Winter of the Melodias (Video)

Mit Lost Winds 2 – Winter of the Melodias bringen Frontier Developments (@frontierdev) auch die Fortsetzung ihres Wii-Plattformers Lost Winds auf iOS. Erneut steuert der Spieler den Knaben Toku durch die abenteuerliche und zugige Welt von Mistralis, wo er parallel ergründen muss, wohin es den Stamm der Melodiaer verschlagen und was es mit dem alles lähmenden Wintereinbruch auf sich hat. Alleinstellungsmerkmal von Lost Winds ist die Steuerung: Neben der direkten Steuerung der Spielfigur verursacht der Spieler gestisch Windböen, die Toku indirekt steuern.

Das Spielgeschehen läuft in einer zweidimensionalen Landschaft ab und folgt weitestgehend der klassischen Plattformer-Formel: hüpfend und schwebend Hindernisse überwinden, Gegnern ausweichen oder diese aus dem Weg räumen. Im Hintergrund des Spielgeschehens scrollende Landschaft und Figuren, wie der Toku zu Beginn des Spiels begleitende Steingigant Magmok, erwecken wie in Paper Monsters den Eindruck räumlicher Tiefe. Sporadisch finden gescriptete Interaktionen zwischen den Eben statt und verstärken den räumlichen Eindruck, der wohlige Erinnerungen an Super Probotector – Alien Rebels hervorruft.

Die Steuerung des Windes beeinflusst nicht nur Toku und ist der Hebel, den man in Lost Winds 2 – Winter of the Melodias konsequent zur Lösung von Rätseln ansetzen muss. Ein kleiner Tornado im Gartenteich lässt Wasser aufspritzen und Blumen wachsen. Eine harte Bö befördert Hindernisse in die Luft und zertrümmert mit diesen Blockaden aus Eis und Geröll. Gegner werden eingefroren und mitsamt des umgebendes Eises auf dem Boden in tauschend Teile zerborsten. Die Kontrolle über die Naturgewalten dehnt sich im Spielverlauf sogar auf die Jahreszeiten aus: Steckt der Spieler in eisigen Spielstufen fest eröffnen frühlingshafte Temperaturen Auswege, wo spiegelglatte Eisflächen bislang den Durchgang verhinderten.

Die Landschaften und Figuren sind detailliert modelliert und zuckersüß anzusehen. Traditionelle chinesische Musik plätschert dezent im Hintergrund vor sich hin. Bereits nach wenigen Spielminuten etablieren Frontier Developments eine zauberhafte Spielwelt. Die Rätsel, die Toku am Fortkommen hindern, sind allesamt wenig komplex und bedürfen zu ihrer Lösung keiner Geistesgröße. Dafür entsteht jedoch ein Spielfluss, der in seiner Gleichmäßigkeit Frust-Momente wegspült. Eine durchweg gelungene Umsetzung eines durchweg gelungenen Titels die Adventure mit Point-and-Klick mischt.

Rating: ★★★★½