Test: Xenowerk Tactics (Video)


Es hat gerummst im Eis. Verstrahltes Mutagen läuft aus der Xenowerk-Forschungsstation aus und verwandelt die Umgebung in ein von Mutanten bevölkertes Niemandsland, das keiner unbeschadet betreten kann. Aber es kommt wie es kommen muss: Ein Hilferuf dringt aus dem Strahlenland und es ist am Spieler mit einem Rettungsteam nach dem Rechten zu schauen. Die für Qualität bekannten Schweden von Pixelbite (@pixelbite) satteln zumindest hinsichtlich der Kulisse auf ihren Shooter Xenowerk auf, wandeln mit Xenowerk Tactics [App Store] aber dennoch auf neuen Pfaden und unternehmen einen Abstecher in das Echtzeitstrategie-Gerne.


Im spielerischen Kern dirigiert man Einheiten aus bis zu drei Figuren intuitiv durch verwinkelte Forschungsgebäude und Urwälder voller blutdurstiger Mutanten. Die Team-Mitglieder steuert man individuell oder in der Gruppe. Bei Feindkontakt wehren sich die Figuren selbsttätig, wenn sie denn auf der Stelle stehen. Je nach Ausbildung haben die Kämpfer besondere Fähigkeiten, können beispielsweise das Terrain scannen, Missionsziele orten oder mit Sprengsätzen werfen. Auch hinsichtlich der Bewaffnung und körperlichen Ausdauer unterscheiden sich die Recken. Damit diese Missionen von Erfolg gekrönt sind und keiner auf der Strecke bleibt, erfordert es ein Mindestmaß an Planung.


Der Ort für diese ist das Basislager. Hier stellt man die Teams zusammen, schickt Verwundete ins Lazarett, stattet die Mannschaft mit besseren Waffen aus, arrangiert die Beförderung und kümmert sich zu guter Letzt am Arbeitsrechner auch um die Korrespondenz. Ganz so langweilig ist die Büroarbeit allerdings nicht. Der Spieler entscheidet sich, ob er brav den Anweisungen des autokratischen Dienstherren folgen oder für die anarchische Gegenseite(n) arbeiten möchte, denen daran gelegen ist, die Mutanten zum Wohle der Menschheit zu erforschen.


Neben den Etappen der Hauptmission darf man sich in zahlreichen optionalen Missionen austoben und Erfahrungspunkte sammeln, die der Entwicklung der Figuren dienen. Doch zwischen Basislager und Mission haben die Entwickler die Karte gesetzt. Auf dieser wandert die Crew vor jedem Einsatz umher und ist dabei Zufallsereignissen ausgesetzt, die als Ereigniskarten ausgespielt werden. Diese können positiv oder negative Konsequenzen haben: Ein stimmiger Witz erhöht die Moral der Truppe, eine giftige Pflanze schädigt die Gesundheit eines Crew-Mitglieds.


Neben alledem hat Xenowerk Tactics auch eine Aufbau-Komponente. Man inventiert Geld und Mutagen in die Verbesserung von Krankenhaus, Basislager & Co., um neue Funktionen und Fähigkeiten freizuschalten. Es gibt also auch abseits der kurzweiligen Missionen, die bestenfalls die atmosphärische Dichte von Ridley Scotts Aliens erreichen, viel zu tun. Um so erstaunlicher, dass die Bedienung in allen Bereichen des Spiels mit nur einem Finger und ein paar Wischgesten traumhaft von der Hand geht.


Keine der zahlreichen Komponenten kann für sich alleine überzeugen. So fehlt den Schlachten die Tiefe und Wucht der Titel von Rodeo Games. Allerdings sich die taktischen Ballereien in Xenowerk Tactics dann auch bei weitem nicht so lang und anstrengend, sondern kurzweilig unterhaltsam. Da schließlich jedoch alle Komponenten fest ineinandergreifen und einander stützen, ist Pixelbyte am Ende ein sehr gut unterhaltender und noch dazu sehr gut aussehender kurzweiliger Mobile-Titel gelungen.

Rating: ★★★★½