Dark Meadow, daraus machen Phosphor Games (@phosphorgames) keinen Hehl, steht atmosphärisch in der Tradition von Silent Hill (WP) und BioShock (WP), spielerisch in der von Infinity Blade. Der Titel basiert, wie auch Infinity Blade oder das Tech-Demo Bay Bridge Explorer auf der Unreal Grafik-Engine (WP) und auf das ansehnliche Ergebnis ist man stolz. Die Kamera gleitet vor zu Spielbeginn fließend über Wiesen zu einem burgartigen verfallenen Sanatorium und schließlich in dessen Inneres, wo die Handlung abläuft.

Genretypisch amnesisch erwacht der Spieler in unvertrauter Umgebung. Die W-Fragen gilt es zu klären und vor allem den Erkenntnis-Prozess heil zu überstehen. Aus der Ego-Perspektive erkundet der Spieler die ansehnliche vergammelte Welt. Per Fingertipp wird mit der Umgebung interagiert, Goldstücke und Verbandskästen eingesackt und aus Schriftstücken Stück für Stück die Handlung rekonstruiert. Schon früh, wenn von Übermass (hier: overkill) und Guthaben (hier: end-credits) die Rede ist, wird klar, dass für Übersetzung und Lektorat kaum noch Geld in der Produktions-Schatulle war. Wer auf Untertitel verzichten kann, sollte dies daher tun.

Ein verängstigter Rollstuhl-Greis ist der einzige wohlmeinende Sozialkontakt. Dieser gibt per Intercom-Durchsagen fortwährend meist unsinnige Kommentare von sich. An unfreundlichen untoten Bewohnern, die Pans Labyrinth (WP) entsprungen scheinen, herrscht indes kein Mangel. Diese werden mit Hiebwerkzeug und Bolzenschußgerät aus dem Weg geräumt. Aus siegreichen Schlachten gewonnene Erfahrung und Schätze werden in die Veredelung der Ausrüstung und der eigener Fähigkeiten investiert. Der Bewegungsradius ist sehr beschränkt, man hangelt sich von festgelgtem Punkt zu festgelgtem Punkt. Das Durchsuchen der Räume läuft ab wie ein Wimmelbildspiel: umschauen, entdecken, antippen, nächster Raum.

Das wars. Bedauerlich, was hier an Potenzial verschenkt wird. Bereits innerhalb der ersten Stunde wird das Geschehen langweilig, das Setting wirkt eintönig und das simple Kampfsystem offenbart seine öde Einfachheit. Zudem weist das Spiel den direkten Weg zum nächst größeren Endgegner, so dass man sich nicht einmal über fehlendes Automapping ärgern muss. Dark Meadow ist allenfalls ein elaboriertes Tech-Demo und spielerisch so nah an Infinity Blade, dass man schon laut Guttenberg schreien möchte . Wer auf dem iPad Survival- Horror sucht, sollte sich an Dead Space versuchen.

Rating: ★★☆☆☆