Es gibt noch schöne Überraschungen! Nihilumbra von BeautiFun Games (@beautifungames) flog unter der Mehrzahl der Radare unbemerkt in den App Store ein. Lediglich mit einem unauffälligen Trailer anlässlich der E3 2012 machte das kleine spanische Studio auf sich und seinen bislang einzigen Titel aufmerksam. Was das Team aus Barcelona allerdings abliefert, begeistert so sehr, dass das innovative und atmosphärische Spiel sich bereits nach wenigen Spielminuten einen Platz in den Jahrescharts sichert hat.

Der Spieler steuert Born, eine amorphe Figur mit schemenhaft menschlichen Zügen, durch eine geheimnisvolle Landschaft. Nicht nur grafisch erinnert Nihilumbra dabei an Limbo von Playdead. Auch spielerisch haben die Titel in so fern viel gemein, dass die Spielwelten beider Titel voller heimtückischer und versteckter Todesfallen sind. Der Spieler muss auf die harte Tour lernen, seinen Weg unbeschadet zu finden, wobei jedoch zahllose Rücksetzpunkte den Spielfluss befördern. Der Titel fließt dahin, der Aufbau vermeidet Frust.

Spielerisch dient auch Portal 2 von Valve als Inspirationsquelle. Der Spieler färbt Teile der Welt mit Farben ein, die Eigenschaften der Umgebung ändern. Born springt auf grünen Flecken höher, gleitet über blaue Flächen schneller oder bleibt an braunen Flecken kleben. Das Farbspiel ist der Schlüssel zur Lösung zahlreicher Puzzle, in denen Schalter umgelegt, Abgründe überwunden, entlegene Passagen erklommen oder Feinde in die Irre geführt oder kalt gestellt werden sollen. Allein kann Born sich nur nach links und rechts bewegen und kleine Hüpfer vollbringen.

Es ist schwer möglich, zu viel Lob über Nihilumbra auszuschütten. Spielidee und Umsetzung sind originell, die visuelle und akustische Gestaltung der Spielwelt immersiv und die Rätsel immer wieder anspruchsvoll, doch sets lösbar – wobei Anforderungen an Geschick stets denen an Logik überwiegen. Als einziger Kritikpunkt mag der verhältnismäßig geringe Schwierigkeitsgrad des Hauptspiels herhalten – angesichts der Spielfreude ist diese Einschränkung jedoch gegenstandslos. Ähnlich wie Braid zieht Nihilumbra den Spieler mit einem Ideenreichtum und dem hervorragenden Aufbau in seinen Bann und lässt ihn nicht wieder los, bis der Abspann zu sehen ist.

Rating: ★★★★★