Test: Horn (Video)

Nach dem enttäuschen Dark Meadow unternehmen Phosphor Games (@phosphorgames) aus Chicago mit Horn einen zweiten iOS-Anlauf. Mit Farmville-Gigant Zynga im Rücken setzt das kleine Studio erneut auf die leistungsfähige Unreal-Engine, die wieder bezaubernde Grafiken rendert, die Infinity Blade das Wasser reichen können. Aus der spielerischen Flachheit des Erstlings haben Phosphor Games Lehren gezogen. Horn bietet deutlich mehr Spieltiefe, das Spielprinzip erinnert an einem Mischung aus Infinity Blade und Fable.

Der Junge Horn, dem eine Ähnlichkeit zu Jeff Lemires Sweet Tooth nicht abzusprechen ist, erwacht in einer Welt, die sich über Nacht verändert hat. Seine Stadt Cuthbert liegt in Trümmern, die Bewohner und Tiere haben sich Maschinenwesen verwandelt. Ausgerüstet mit Armbrust, Schwert und Tröte macht sich der Schmied-Azubi auf den Weg zu ergründen, was geschehen ist. Die scheinbar weite Welt von Reynes ist allerdings kleiner als die Bilder suggerieren mögen, auf recht linearen Pfaden scheucht man den Knaben mit Tipp-Gesten durch die Landschaft.

Wann immer sich Horn ein übergroßer Gegner in den Weg stellt, ist wilde Wisch-Action angesagt. Wie in Infinity Blade kommt es auf Timing und Taktik an. Es gilt die Schwachstellen der Gegner auszuloten und zu bearbeiten. Den Attacken der Giganten weicht Horn mit Sprüngen aus. Im Spielverlauf eingesammelte Blaupausen und Edelsteine verarbeitet der Held zu mächtigen und übergroßen Waffen. Gelernte Melodien kann Horn auf seiner Tröte einsetzen, um Hindernisse aus dem Weg zu blasen.

Schalterrätsel und kleine Puzzles, sowie versteckte Höhlen mit Schätzen lockern das Spielgeschehen auf. Grundsätzlich bietet die Mischung aus Action und Adventure nichts Neues, die Atmosphäre aus ansprechender Kulisse, hervorragendem Voice-Acting und Musik von Austin Wintory lullt jedoch ein und zieht Spieler in die Welt von Reynes. Bei aller Empfehlung für den Titel müssen sich Phosphor Games allerdings erneut Schelte für eine unterirdische Übersetzung, unermesslichen Speicherhunger (1,8 GB) bei fehlender iCloud-Unterstützung und frequente Abstürzen abholen. Alle drei Kritikpunkte werden hoffentlich durch ein Update beseitigt.

Rating: ★★★★½