Test: Girls Like Robots (Video)

Kaum etwas ist komplizierter, als eine Sitzordnung zu erstellen, die alle Gäste einer großen Gesellschaft befriedigt. Bei Girls Like Robots (App Store) von Popcannibal (@girlslikerobots) und Adult Swim (@adultswim) geht es darum, Charaktere mit unterschiedlichen Vorlieben für Sitznachbarn auf Sitzplätze zu verteilen, so dass alle das größtmögliche Glück erfahren. Die Herausforderung, eine für alle annehmbare – oder sogar die bestmögliche – Sitzordnung auf dem Raster zu finden, wird von Spielstufe zu Spielstufe vertrackter. Mehr als 100 Stück fordern den Spieler.

Eingebettet ist das knifflige Sozialdrama in eine Rahmenhandlung von Schulausflügen und pubertärer Verliebtheit. Das gibt dem eigentlich trockenen Logikspiel, das Entwickler Ziba Scott im Alleingang erstellt hat, einen humorvollen Anstrich. Die Spielfiguren sind kleine körperlose Klötzchenwesen, das voll belegte Spielfeld erinnert an ein Memory-Spielbrett. Die charmante und gleichzeitig minimalistische Ausführung ist ein durchweg annehmbarer und durch die auflockernden Zwischensequenzen auch immer wieder heiterer Kompromiss.

Mädchen sitzen gerne neben Robotern und ungern neben Nerds. Letztere gerne in Ecken und wenn dann noch nervöse, auf dem Spielfeld umherspringen Figuren mit ihren Präferenzen hinzukommen, wird es haarig. In späteren Spielstufen kommen brennende Spielfelder, die man vorrangig mit feuerfesten Robotern besetzt und Kuchen, die alle bis auf Roboter gerne mögen hinzu. Hilfreich ist es da, dass sich Besetzungen zurücknehmen lassen und jeder der Spielfiguren bereitwillig darüber Auskunft gibt, was die jeweiligen Vorlieben sind.

Die Suche nach der optimalen Sitzordnung ist unterhaltsam wie fordernd. Durch stetig neue Spielfiguren und -Elemente wird immer noch eine Schippe draufgelegt. Das Gesamtpaket lässt sich am Besten in kurzen Häppchen an der Bushaltestelle oder im Wartezimmer knacken, denn wenn die Sitzungen zu lange dauern, kann Girls Like Robots schal werden. Doch am Ende besiegen die Niedlichkeit und das Herzblut, das Popcannibal in den Titel hat fließen lassen, Routine und Frust. Es ist einfach immer wieder ein befriedigendes Erlebnis, Mädchen glücklich zu machen.

Rating: ★★★★☆