NightSky00Die kleine Kugel, die in NightSky [App Store] von Nicalis (@nicalis) ihren Weg sucht, hat bereits einige bewegte Jahre auf dem Buckel. Ursprünglich erschien der Titel 2011 für Windows-PCs, und Wii, fand über Nintendo 3DS den Weg auf Steam und ist nun auf iOS angekommen. Zumindest in optischer Hinsicht hat die Mischung aus Knobelei und Geschicklichkeitsspiel, die es sogar bis ins Finale des Independent Games Festivals 2009 schaffte, bei der Portierung keinen Schaden genommen. Los geht die Rollerei durch dunkle Gefilde.

NightSky01Das der Titel von Nicklas Nygren unter seinem damaligen Titel Night Game beim IGF in der Kategorie Excellence in Design nominiert wurde, verwundert nach den ersten Spielminuten nicht. Mit sphärischer Musik und gedämpften Farben lullt NightSky den Spieler, der das Spieltempo zudem weitestgehend selbst bestimmt, ein. Mit Wischgesten, optional per Tilt-Steuerung oder über virtuelle Tasten, dirigiert der Spieler eine Kugel durch eine scherenschnittige Märchenlandschaft in Pastelltönen. Der Weg führt durch zehn in kleinere Segmente unterteile Spielstufen, die aus von illustren Wesen bevölkerten verfallenen Landschaften und Gebäuden bestehen.

NightSky02Immer wieder ist der Weg durch Hindernisse versperrt. Viele lassen sich durch Geschicklichkeit und korrektes Timing überwinden, andere erfordern Nachdenken. Im besten Fall kommen beide Ansprüche zusammen. Stets ist Physik im Spiel – Beschleunigung und Geschwindigkeit entscheiden darüber, wie weit ein Sprung ausfällt, wenn die kleine Kugel über eine Rampe getrieben wird. Frustrierend ist hierbei, wie wenig NightSky dem Spieler verzeiht. Wer nicht exakt so rollt und springt wie vorgesehen, scheitert und wird zurückgesetzt. Knapp daneben ist auch vorbei – BASTA!

NightSky04Die Kompromisslosigkeit ist um so bedauerlicher, das die Steuerung mit Wischgesten auf Dauer anstrengt. Weniger anstrengend ist die Tilt-Steuerung, aber auch weniger präszise. Wenn die Kugel mit der richtigen Geschwindigkeit über eine Rampe auf einen sich drehenden Kubus aufgesetzt und von dort aus im richtigen Moment weiter rollen soll, reihen sich die Fehlversuche. Wenn dann bereits gelöste Puzzle erneut absolviert werden müssen, bevor es an die Stelle des letzten Scheiterns geht, droht dem iPad der Tod an der Tischkante. NightSky betört mit seiner Anmutung, aber frustriert mit seinem Anspruch und ist nur in kleinen Dosen genießbar.

Rating: ★★½☆☆