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Erneut beweisen IK Multimedia (@ikmultimedia) Verständnis für die Bedürfnisse von Freunden elektrischer Gitarren. Mit dem iRig HD können Gitarristen ihr Instrument mit dem iOS-Gerät verkuppeln und das Tablet als Vorverstärker verwenden. Der Nachfolger des gleichnamigen Gerätes ohne HD-Zusatz wurde an vielen Stellen verbessert. Allen voran wurde dem Interface ein Lightning-Anschluss spendiert. Softwareseitig beglückt man Anhänger des satten Sounds neuerdings mit der App AmpliTube Orange for iPad [App Store], die den Klang der Verstärker der britischen Marke Orange emuliert, mit denen unter anderem Black Sabbath, AC/DC und Led Zeppelin ihrer Arbeit nachgehen. Alle Regler auf 11!

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Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger ist der iRig HD in alle Richtungen gewachsen. Statt des fest integrierten 3,5-Millimeter-Klinkensteckers zum Anschluss an die Kopfhörerbuchse des iOS-Geräts befindet sich an der Oberseite der HD-Version eine Buchse, an die eines der drei mitgelieferten Kabel (Lightning, Dock Connector und USB) angeschlossen wird. Im Gegensatz zum Vorgänger erfolgt das Monitoring per Kopfhörer daher nicht mehr direkt am Interface, sondern am Ausgabegerät. Zudem besitzt das HD-Interface ein Rad, über das sich der Gain einstellen lässt, sowie eine LED, die den Betrieb signalisiert.

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Wie beim Vorgänger wird die Gitarre an der Unterseite des iRig HD angeschlossen, das Signal je nach gewähltem Kabel an iOS-Gerät oder den Rechner weitergeleitet. Im Inneren des Interface verarbeitet ein 24 bit D/A-Wandler das Signal; die benötigte Energie zieht sich das Pre-Amp vom angeschlossenen Ausgabegerät. Klanglich ist die HD-Version klarer und satter als der tubische Vorgänger, allerdings bringt die zudem teurere Version einen entscheidenden Nachteil mit sich: iOS-Geräte können, da der Lightning-Anschluss durch das Preamp belegt ist, im Betrieb nicht geladen oder generell mit Energie versorgt werden.

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Bei der iOS-Software AmpliTube Orange for iPad [App Store] liefern die Italiener gewohnt solide Arbeit ab. In vier freien Schächten kann man Bodeneffekte in Reihe schalten. Zur Auswahl stehen Overdrive, Tremolo, und ein Noise-Filter – der Delay kostet extra. Aufgrund der vergleichsweise winzigen Schaltflächen ist die Auswahl der Top-Teile und Lautsprecher etwas fummelig. Das Angebot reicht vom Tiny Terror über die Orange Amps OR50, Rockerverb 50, Thunderverb 200, AD 30 bis zum AD 200 MK 3 Bass Amp. Parallel lassen sich fünf Boxen-Setups aus 12“ und 15” wählen. Zudem 57er oder 87 Micro für die Abnahme.

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Zudem bietet die App in der Tools-Sektion Stimmgerät und Metronom. Auch lassen sich mit der App Mitschnitte fertigen, wenngleich die Verwendung aller acht der theoretisch möglichen Spuren per In-App Kauf freigeschaltet werden muss. Klanglich begeistern die Möglichkeiten, die aus der Kombination der Komponenten erwachsen. Vor allem das iRig HD, zum Preis von rund 80 Euro beim Hersteller oder Amazon erhältlich, macht einen rundum hervorragenden Eindruck und gehört in jeden Gitarrenkoffer.