Test: Max – The Curse of Brotherhood (Video)


Das Leben des kleinen Max – Held des iOS-Abenteuers Max and the Magic Marker – hat ein Problem. Sein kleiner Bruder Felix ist eine Nervensäge. So spricht er folgenschwer den Wunsch aus, sein Geschwister nie wieder sehen zu müssen – und so gescheit es dann auch. Durch ein Dimensionstor wird Felix fortgerissen und das schlechte Gewissen treibt Max hinterher. So muss er in Max – The Curse of Brotherhood [App Store] der dänischen Entwickler Flashbulb Games (@flashbulbgames) versuchen, seinen Bruder wieder in das hier und jetzt zu holen, bevor die Eltern von dem Debakel Wind bekommen.


Die fantasievoll und abwechslungsreich gestaltete Spielwelt, die mal an die staubigen Landschaften von Oddworld Stranger’s Wrath, mal an das satte Dschungelgrün von Flashback erinnert, durchläuft Max meist von links nach rechts. Der Titel startet als hektischer Hindernislauf, doch bald kommt die aus dem Vorgänger bekannte Geheimwaffe ins Spiel, mit der Max seine Umgebung manipulieren kann. Mit dem magischen Stift erschafft der Spieler Erdsäulen, Ranken und Lianen, die den Weg über Hindernisse eröffnen.


Mit Geschick allein kommt man jedoch nicht weiter, sporadisch haben die Dänen Physik-Rätsel eingestreut. So muss Max durch Seilzug-Konstruktionen Tore öffnen oder die sporadisch im Weg stehenden Handlanger des alternden Bösewichts Mustacho aus dem Weg räumen. Dieser – so stellt sich alsbald heraus – hat Felix in Beschlag genommen und möchte die Jugend des Knaben einsetzen, um sich selbst zu verjüngen. Um es Max schwerer zu machen hat er zudem zahlreiche getarnte Fallen aufgestellt – wie der kleine Held in Limbo stirbt auch Max im Spielverlauf viele Tode.


Diese zahlreichen Tode sind aufgrund der ebenso zahlreichen Rücksetzpunkte verschmerzbar. Schmerzlicher hingegen sind die zahllosen unnötigen Tode die Max sterben muss, weil die Steuerung sich als unzureichend erweist. In einem abgetrennten Bereich am unteren Rand sind virtueller Stick und Knöpfe platziert. Vor allem ersterer reagiert besonders dann träge, wenn Agilität gefragt ist. Zudem muss der Spieler durch Wischgesten auf dem Bildschirm die Spielwelt manipulieren; kommen diese beiden Modi zusammen, geht es meist daneben.


Im Pfeffer liegt der Hase, weil es sich bei dem Titel um eine Umsetzung handelt, die ursprünglich für die Xbox One erschien. So interessant die ansehnlichen Spielstufen – die fließend von Zwischensequenzen in das Spielgeschehen wechseln – gestaltet sind, so frustrierend ist die Bedienung. Den Todesstoß versetzen dem Spielspaß einige Bugs, wenn Max durch Mauern ins Nichts stürzt oder sich zu bewegende Objekte so ineinander verkeilen, dass kein Fortkommen mehr möglich ist. Bis die Entwickler nachbessern, sollte man viel Geduld und Frustresistenz mitbringen, wenn man sich mit dem Titel auf dem iPad auseinandersetzen möchte.

Rating: ★★★☆☆