Limbo_01Auch schaurig Ding will Weile haben. Nach drei Jahren findet das von Kritik und Fans gleichermaßen gefeierte Limbo [App Store] seinen Weg auf Apples Tablet. Als der Titel im Jahr 2010 exklusiv für Xbox Live Arcade erschein, bescherte das düstere Abenteuer den dänischen Entwicklern Playdead Studios um (@DinoPatti) und Arnt Jensen für eine Independent Produktion bis dato selten gesehenen Download-Zahlen von 300.000 Einheiten im ersten Monat und 3 Millionen über die Jahre. Die Zeit und der Touchscreen konnten dem Titel nichts von seiner Faszination nehmen.

Limbo_02Nach wie vor begeistert die Aufmachung. Die Gesichte wird in Grautönen präsentiert. Filter und Partikeleffekte geben dem Spielgesehen den Anschein, als betrachte man einen Trickfilm mit Scherenschnitt-Figuren von einem verstaubten Zelluloid-Negativ. Auf Musik verzichten die Dänen, lediglich sporadische Geräusche begleiten den Spieler und den Jungen, den er durch die Spielwelt führt. Alles Fett, was den Spieler ablenken könnte, wurde weggeschnitten, schnell taucht man bei Limbo in die Spielwelt ein und vergisst alles um sich herum.

Limbo_03Auch die Handlung ist minimalistisch, es ist eine Mischung aus Neugier und Ausweglosigkeit, die den Spieler und die Spielfigur nach rechts treiben. Der Weg ist von Todesfallen nicht nur gesäumt sondern durchzogen. Limbo ist darauf ausgelegt, dass der Spieler Zeuge zahlloser grausamer Tode der Spielfigur wird. Unverschuldet, denn fast immer kommt das Ende plötzlich und unerwartet. Wie in Eric Chahis Another World lernt der Spieler auf die harte Tour, wie es schadlos weiter geht. Aufgrund zahlloser Rücksetzpunkte hält sich der Frust in eng gesteckten Grenzen.

Limbo_04Die Bedienung muss sich der Spieler selbst erschließen, auf eine Anleitung verzichten Playdead. Allerdings ist diese schnell gelernt, wenngleich das Tippen und Wischen besondern in Situationen, in denen der Tod nur Pixel entfernt ist, immer wieder unbeabsichtigt ins Verderben führt. Auch nach drei Jahren fasziniert Limbo und schreit danach, in einer knapp dreistündigen Sitzung durchgespielt zu werden. Das Ende des Spiels ist so unbefriedigend wie vor drei Jahren, das Spielerlebnis allerdings nach wie vor so erfüllend, dass man sich gerne ein weiteres Mal mit Limbo auseinandersetzt.

Rating: ★★★★½