Test: Ordia (Video)


Der Einäugige ist nicht nur König unter den Blinden, das Einäugige ist auch der Star in der neuesten Produktion von Loju (@lojugames), Ordia [App Store]. Dach der ruhigen Logik-Kopfnuss Causality wandeln die Briten hier auf gänzlich anderen Pfaden – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Das Spielgeschehen kippen sie in die Vertikale und das Gerne ins Geschickliche: Als einäugiger Zellklumpen muss der Spieler sich fingerfertig durch fallenreiche Umgebungen manövrieren.


Hinsichtlich der Spielmechanik setzt man auf Bewährtes: Wie in Angry Bird setzt man den einäugigen Protagonisten in Bewegung, indem man mit einem Finger die gegenläufige Richtung vorgibt und diesen dann vom Display hebt. Eine Linie deutet die Flugbahn an, entlang derer er wie aus Zwille abschossen fliegt. So geht es stetig aufwärts von Wegmarke zu Wegmarke. Verfehlt der Einäugige eine solche, kullert er den mühsam erklommenen Weg wieder hinunter, bis er – bestenfalls – an einer passierten Wegmarke hängenbleibt.


Wie sollte es anders sein, kompliziert sich das idyllische Gezwille alsbald. Wegmarken beginnen sich zu bewegen und am Höhlenrand lauernde Anemonen verschlingen, den Zellklumpen bei unbeabsichtigtem Kontakt. Es wird immer schlimmer: Schnappwürmer, kontakthungrige Verfolger, speiende Bioblobs machen das Leben des Einzellers schwer und den Titel zu einem der tausend Tode. Allerdings sind die Rücksetzpunkte stets fair gesetzt, sodass kein Frust aufkommt. Im Gegenteil, Ordia bleibt stets angenehm fordernd.


Wem all das dennoch nicht reicht, der kann sich daran machen, die zehn, in den Spielstufen verstreuten gelben Souvenirs einzusammeln. Teils sind diese in abseitigen Tunneln versteckt, sodass man bei der Suche durchaus Neues zu sehen bekommt. Darüber hinaus eröffnet Ordia nach dem Durchspielen einer Stufe eine schwere Variante dieser, die zudem keine Rücksetzpunkte bietet. Ein dritter Modus fordert, die Spielstufen innerhalb einer bestimmten Zeit zu absolvieren. Alle paar Runden sind zudem schwere Bonusstufen eingestreut.


Die schlichte aber niedlich ausgestaltete Grafik erinnert die Pastellwelt von Monster Soup. Spielerisch nicht sonderlich originell, ist es die Umsetzung, die Ordia auszeichnet. Alle Spielkomponenten sind so hervorragend aufeinander abgestimmt, dass man über das Spiel die Zeit vergisst. Das gilt auch für die Spielstufen selbst: In stetiger Folge folgt auf Hektik eine Verschnaufpause an die erneut Hektik anschließt und am Ende der Spielstufe, oder nach dem Entdecken eines Geheimgangs, das Gefühl Großes gemeistert zu haben. Vorbildliches mobile Gaming.

Rating: ★★★★½