Test: Tiny Bubbles (Video)


Einst besangen die Beatles die Utopie von Leben im Garten eines Kraken. Tatsächlich ist in den ruhigen Wassern allerdings nicht so idyllisch wie die Pilzköpfe zu Glauben machen versuchten. Tiny Bubbles [App Store] spielt auf der Oberfläche eines stillen Gewässers und die Entwickler von Pine Street Codeworks (@pinestcw) stellen den Spieler vor allerlei Knobel-Herausforderungen. Mit vorausschauendem Planen und Farbverständnis muss der Spieler dutzende fragiler Blubberblasen-Rätsel lösen.


Die Prämisse ist verständlich. Verschiedenfarbige Blasen treiben im Verbund auf der Oberfläche. Der Spieler erhält eine bestimmte Zahl von Färbemitteln, mit denen er die Blasen einfärben kann. Berühren vier oder mehr gleichfarbige Blasen einander, lösen sich diese auf und die Gesamtstruktur schrumpft dynamisch zusammen. Meist ist es in den dutzenden Spiel das Ziel, alle Blasen aufzulösen. Das erfordert vorausschauenden Bedacht, denn verbleiben drei grüne Blasen, muss man einen neuen Versuch unternehmen.


Hinzu kommt Farblehre, denn man kann nicht nur leere Blasen einfärben, sondern auch farbige Blasen umfärben. Es gelten die aus dem Tuschkasten bekannten Regel: Blau und Gelb erzeugen Grün, Rot und Blau erzeugen Violett, Rot und Gelb erzeugen Orange und so weiter und so fort. Damit nicht genug, muss der Spieler sporadisch neben Farbtupfern auch mit einer Schere auf die Blasen los und durch taktisches Platzen lassen im günstigen Fall unliebsames beseitigen oder mühsam Zurechtgefärbtes zerstören.


In einigen Spielstufen schaut dann noch Bloop der freche Koi vorbei, der fröhlich Blasen produziert und so für zusätzlichen Stress sorgt. Die Spielstufen erschließen sich nacheinander und unterteilen sich in verschiedene Puzzle-Stile bei denen eher Geschwindigkeit oder Nachdenken gefragt ist. Stets jedoch sieht die vielfarbige Blasenparade ansprechend aus, wenn die Gebilde physikalisch korrekt über das Wasser wabern und Reflexion die Illusion von Räumlichkeit erzeugen. Akustisch bemüht sich Tiny Bubbles um Unscheinbarkeit, um nicht vom Geschehen abzulenken, dennoch ist das Blubbern herrlich befriedigend .


Der Versuch von Pine Street Codeworks, im überlaufenen Match-Mehrfach-Genre zu Punkten, ist mutig. Man merkt dem Titel jedoch bis in das letzte Pixel an, wie viel gewissenhafte Vorarbeit in die Entwicklung der Puzzles und Gestaltung gesteckt wurde. Zu Bemängeln ist allenfalls, dass man bei Spiel auf dem iPhone mitunter unbeabsichtigt die falsche winzige Blase färbt oder zerschneidet. Doch die kurzweilige Struktur lässt diesen Makel verzeihen. Nach langer bringt Tiny Bubbles frischen Wind in das Genre und füllt wochenlang Mittagspausen und Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Rating: ★★★★½