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Schon der Startbildschirm macht klar, was Phase ist: Deep Dungeons of Doom [App Store] von Bossa Studios (@bossastudios) suhlt sich im pixeligen Retro-Schmodder. So reduziert wie die Grafik, ist auch das Spielprinzip. Als kühner Recke macht sich der Spieler mit Rüstung und Schwert auf, in finstere Verließe hinabzusteigen und deren Bewohner zu Hackepter zu transformieren. Deep Dungeons of Doom ist zu gleichen Teilen Retro-Rollenspiel und banaler Reaktionstest. Eine absurde Mischung die hypnotische Früchte trägt.

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Der vom Spieler gesteuerte Kreuzzügler wandert von einer Übersichtskarte aus in unwirtliche Ortschaften, Verließe und verfluchte Kirchen. Diese sind, wie erwarten, bewohnt von allerlei unfreundlichen Kreaturen, derer er sich nacheinander annimmt. Während der Kämpfe hat der Recke lediglich zwei Möglichkeiten: Angreifen und Blocken. Ersteres wird mit einem Tipp auf die rechte Bildschirmhälfte ausgeführt, letzteres über einen Tipp auf die linke. Dabei kommt es jeweils – ganz Punch-Out!! – auf die Reaktion im rechten Moment an. Denn wer in die Deckung des Gegners drischt, muss warten, bis sich die Schlagkraft wieder aufgefrischt hat.

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Timing ist alles bei Deep Dungeons of Doom. Jeder Gegner agiert nach einem eigenen Muster, das einmal durchschaut, die Siegeschancen deutlich verbessert. Dennoch wird der Titel schnell übelst schwer. Stirbt der Held, hat der Spieler zwar die Möglichkeit die Spielfigur wiederzuerwecken – doch schnell sind die rettenden Phiolen aufgebraucht und Nachschub gibt es nur gegen Bezahlung. Genreüblich verdient sich der Held goldige Belohnungen und Erfahrungspunkte, während er sich Bildschirm für Bildschirm tiefer durch die Höllenbrut schnetzelt. Eingesammelte Gegenstände wie Heiltränke und magische Ausrüstung erleichtern das Fortkommen.

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So malerisch wie die Spielgrafik sind auch die handlungsvermittelnden Zwischensequenten gestaltelt. Ein wenig erinnern Grafikstil und das reduktionistische Gameplay an Slayin, allerdings kommt hier durch das Timing während der Kämpfe mehr Tiefe ins Spiel. Auch Nuancen von Bit Dungeon schmeckt man durch – vor allem durch den Permadeath im Nacken. Wer sich vom hohen Schwierigkeitsgrad nicht verschrecken lässt , dem beschert die pixeligen Dungeon-Schnetzelei einen schnellen Rollenspiel-Fix.

Rating: ★★★★☆