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Der Januar ist ein trister Monat im App Store, denn fast alle Entwickler haben ihr Pulver vor Weihnachten verschossen. Bis es beachtenswertes Neues gibt, kann man daher nur in Mottenkiste wühlen oder sich Übersehenem annehmen. Ein zu Unrecht übergangenes Schmuckstück ist Detective Grimoire [App Store] von SFB Games (@SFBTom). Der Spieler schlüpft in die Rolle des namensgebenden Helden um einen mysteriösen Mordfall in einem Vergnügungspark aufzuklären, der mitten in einem abseitigen Sumpf gelegen ist.

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Wie auch andere Titel der britischen Entwickler-Brüder Vian, fällt Detective Grimoire durch seinen eigenartigen Grafikstil ins Auge. Hintergründe sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und den Figuren merkt man an, dass viel gestalterische Liebe in ihren Adern fließt. Wie Bertram Fiddle punktet auch Detective Grimoire mit Wortwitz, der vielfach auf andere Videospiele verweist. Doch vor allem die skurrile Mordgeschichte, die um ein sagenumwobenes Sumpfmonster kreist, und sich häppchenweise erschließt, trägt den Titel.

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Der Spieler durchsucht die sehr übersichtliche Spielwelt, nach Indizien und konfrontiert Verdächtige mit den Fundstücken. Im besten Fall eröffnet die Konfrontation dann neue Erkenntnisse, mit denen sich andere Figuren konfrontieren lassen. Bei all der Konfrontation, laufen die Entwicklungen allerdings sehr linear ab, ein Festhängen ist eigentlich nicht möglich. Selbst ohne alle Spuren verfolgt zu haben, kann man den Fall mühelos in knapp drei Stunden lösen.

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Aufgelockert werden die Ermittlungen von eingestreuten Geschicklichkeitsrätseln, die allerdings ebenfalls anspruchslos sind. So sind es vor allem der schräge Humor und das sich langsam entspinnende Komplott, die den Spieler blendend unterhalten. Zudem fühlt sich die Ermittlungsarbeit, das Kombinieren wie Nick Knatterton und das Entfernen in die Irre führender Aspekte mit Ockhams Rasiermesser, tatsächlich wie eine solche an. Detective Grimoire macht seinem Namen alle Ehre.

Rating: ★★★★☆