Test: Dandara (Video)


Aggressive Usurpatoren haben Salz überrannt und Angst und Schrecken über die Welt gebracht. Die agile Afroträgerin Dandara [App Store] soll es mit dem Bösen aufnehmen und den Bewohnern von Salz die Freiheit zurückgeben. Der uninspirierten Prämisse entgegen steht die originelle Steuerung des Action-Titels von Long Hat House (@longhathouse) und Raw Fury (@rawfury). Dandara läuft nicht sondern springt durch die Pixel-Landschaft. Nachdem der Spieler auf eine verschneite Fläche zielt und loslässt, hechtet die Heldin an das Ziel. Da die Dame in der Lage ist, kopfüber an Decke zu stehen, ist es sogar möglich die Heldin im Zickzack durch die Spielstufen zu scheuchen.


Unter ihrem Poncho führt die dunkelhäutige Protagonistin eine Waffe mit beschränkter Reichweite. Deren Verwendung funktioniert analog zum Springen: der Spieler zielt durch Gedrückthalten, Dandara feuert beim Loslassen in die entsprechende Richtung. Nach etwas Einspielzeit hat man sich an diese außergewöhnliche Bedienung gewöhnt und scheucht die Dame mit kurzen Wischgesten ballernd durch die sich in alle Richtungen erstreckenden Spielstufen. Die in überschaubare Räume unterteilte Spielwelt ist riesig, eine Karte hilft bei der Orientierung. Allerdings eröffnet sich Salz dem Spieler – wie im artverwandten SciFi-Metroidvania forma8.GO – erst nach und nach.


Durch Gespräche mit den Bewohnern, das Finden von Gegenständen und Erlernen neuer Fähigkeiten verschafft sich Dandara Zutritt zu vormals verschlossenen Abschnitten. Im Kämpfen erbeutete und aus Schatztruhen geborgene Kristalle setzt man zur Weiterentwicklung der zunächst fragilen Heldin ein. Frustrierend ist anfangs, dass Dandara nach dem Ableben von einem ihrer Basislager aufbrechen muss und dabei alles Erbeutete verliert. Dies kann man sich allerdings wiederholen, wenn man im nächsten Anlauf seinen Leichnam findet und plündert.


Der komplett auf Deutsch lokalisierte Titel ist auch auf dem Apple TV spielbar, wo er aufgrund des größeren Bildausschnitts deutlich mehr her macht. Über den Touch-Bildschirm steuert sich der Titel allerdings flüssiger, als mit einem Bluetooth-Controller. Dandara hat eine steile Lernkurve, ist diese jedoch überwunden, entfaltet sich ein innovatives umfangreiches Abenteuer in wunderschöner Retro-Anmutung.

Rating: ★★★★½