Test: Kingdom Rush Vengeance (Video)

Da schlummert man ein paar Dekaden friedlich unter der Erde und wird dann von einer Planierraupe aus dem Todesschlaf geweckt. Damit nicht genug, muss der mächtige böse Magier Vez’nan feststellen, dass Aufmüpfige seine Abwesenheit genutzt haben, um den heißgeliebten Turm und die Ländereien von Linirea zu besetzten. Das geht so nicht und daher macht man sich in der mittlerweile dritten Fortsetzung der Kingdom-Rush-Serie [nach dem Original, -Origins und –Frontiers], Kingdom Rush Vengeance [App Store], von Ironhide Games (@ironhidegames) daran, die alte Macht wieder herzustellen und zurückzuerobern, was eins das Eigene war.


Spielerisch setzten die Entwickler auf Bewährtes, das zuletzt in Iron Marines präsentiert wurde. Die bildschirmgroßen Spielstufen sind von Pfaden durchzogen, auf denen die gegnerischen Truppen Welle für Welle aufmarschieren. Durch das Positionieren von allerlei Geschütztürmen soll die persönliche Armee selbsttätig die Gegner vernichten. Das Vernichten gegnerischer Einheiten spült Devisen in die Kriegskasse, die man im laufenden Betrieb für die Anschaffung neuer Geschütztürme oder das Aufrüsten der bestehenden Verteidigungsanlagen aufwendet. So weit, so bekannt, so Tower-Defense.


Wieder an Bord sind die Heldenfiguren; Eliteeinheiten, die mit ihren jeweils besonderen Fähigkeiten in brenzligen Situationen aushelfen und mit jedem Einsatz stärker werden. Die Heldenfiguren erschließen sich erst nach und nach, weitere kann man – wie auch in Kingdom Rush Frontiers – gegen Echtgeldeinsatz freischalten. Nicht notwendig, aber deutlich spielvereinfachend, denn die käuflichen Krieger verfügen aus dem Stand über einen hohen Entwicklungsstand, sind zäh, schlagfertig und mit mächtigen Zaubern ausgestattet.


Analog verfahren Ironhide auch bei den Verteidigungsanlagen. Auch hier schalten sich die mächtigeren Verteidigungsanlagen erst durch erfolgreiches Schlachtenschalgen frei, doch auch hier gibt es hinter einer Bezahlschranke verschlossene Konstruktionen, die mit hoher Zerstörungskraft punkten. Zusammen mit den käuflichen Kriegern eine unglückliche Konstruktion, die vielfach den Eindruck erweckt, ein großer Teil des Spiels müsse hinzugekauft werden. Tatsächlich sind es optionale mit DLCs vergleichbare Erweiterungen, tatsächlich mutet es bescheuert an, einen Titel zeitgleich mit DLC zu veröffentlichen.


Zurück im Geschehen kann man neben Türmen und mit Helden auch mit Zaubersprüchen in das Geschehen eingreifen. Allerdings müssen sich die Zaubersprüche nach einem Einsatz zunächst wieder regenerieren, sodass taktisch-geschickter statt heißköpfig-destruktiver Einsatz die beste Strategie ist. Die Schlachten sind schnell lang – so lang das man wohl überlegt vorgehen muss, will man nicht 20 Minuten kostbarer Lebenszeit in den Sand setzen. Eine gewisse Frustresistenz ist daher die Grundvoraussetzung, will man Kingdom Rush Vengeance genießen.


Für taktische Tiefe sorgt ein Skilltree, sodass man durch Verteilung von Erfahrungspunkten die Fähigkeiten der Einheiten der persönlichen Vorliebe anpassen kann. Zudem die Wahlmöglichkeit, welche Türme in einer Schlacht zum Einsatz kommen sollen. Diese Anpassbarkeit ist auch von Nöten, in den Partien muss man so vielen Einsatzorten gleichzeitig agieren und die Taktik ändern, dass es Panik entfacht. Hinsichtlich Umfang und spielerischer Komplexität ist Kingdom Rush Vengeance das Opus Magnun der Entwickler. Ein würdiger Abschluss für die Serie? Bis zum nächsten Teil!

Rating: ★★★★½