Test: Traps n‘ Gemstones (Video)

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Seit Jahren produzieren Donut Games (@DonutGames_) Casual-Titel, bei denen der Spieler Ratten auf Motorrollern steuert, Kühe durch das Weltall schießt oder schlicht den Rasen mäht. Banale kurzweilige Casual-Unterhaltung gegen die Zeit im Wartezimmer. Nichts was es nicht woanders auch in polierterer Form gäbe. Mit Traps n‘ Gemstones [App Store] wagen die Skandinavier aber ein Experiment. Man versucht sich an der spielerischen Langform und lässt den Spieler in klassischer Metroid-Manier eine riesige Pyramide voller Rätsel und Todesfallen erkunden. Den Schlapphut aufgesetzt und die Peitsche in die Hand genommen!

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Auf dem Weg in das riesige unterirdische Gewölbe werden aufgrund der thematischen Ähnlichkeit furchtbare Vorahnungen wach – die sich glücklicherweise schnell zerstreuen – denn mit dem unsäglichen Rick Dangerous hat Traps n’ Gemstones wenig zu tun. Im Gegenteil, die gut zwei Stunden, die man mit dem Titel zubringt, verfließen vor Leichtigkeit. Hinsichtlich der Zugänglichkeit sind Donut Games ihrer Linie treu geblieben. Alle Hindernisse sind durchschaubar, alle Rätsel lösbar und alle Gegner berechenbar.

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Doch aus der Einfachheit entspringt eine andere Herausforderung. Die Pyramide ist übersäht mit Gold und Edelsteinen, die keinen anderen Nutzen haben, als die Eitelkeit des Spielers zu befriedigen. Doch der hat nur ein Leben und verwirkt er dies im Übermut, ist der Reichtum und damit ein möglicher Highscore dahin. Dem Spielfluss tun die zahlreichen Bildschirmtode keinen Abbruch, denn die Pyramide ist in zahlreiche kleine Segmente unterteilt, die jedes für sich genommen einen Rücksetzpunkt enthalten. Donut Games kann casual!

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Das Hauptziel indes verliert man kaum aus den Augen: Relikte sammeln und diese auf Altare stellen, damit sich abgelegene Flügel des Bauwerks erschließen, da capo al fine. Zudem die in aufzuschließenden Schatztruhen ruhenden Ausrüstungsgegenstände sammeln, um mit Hilfe von Pickel, Sauerstofftank & Co. bis dato unzugängliche Areale zu erreichen. Die Übersichtskarte ist wie bei den Powerpuff Girls viel zu detailarm/übersichtlich, aber ungleich hilfreicher. Dennoch sind zahlreiche Irrläufe inbegriffen.

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Für die kurzen irrläufigen Durststrecken entschädigt Traps n‘ Gemstones mit einer breit gefächerten Palette an Abenteuer-Klischees: Schlangen, Mumien, Skorpione, Loren- und Wildwasserfahrten. Natürlich darf auf der obligatorische rollende Riesenstein nicht fehlen. Eine kindgerechte Umsetzung des Indina-Jones-Mythos, die auch verspielte Erwachsene ergreift. Den einzigen Vorwurf, den man dem Titel machen kann, ist, dass er zu einfach ist. Doch wenn Traps n‘ Gemstones den Weg in die Richtung weist, die Donut Games einschlagen, dann darf man sich freudig die Hände reiben.

Rating: ★★★★½ 

3 Kommentare

  1. Also man kann nicht pauschal sagen, ober der Schwierigkeitsgrad zu einfach ist oder nicht. Denn es kommt auf die eigene Zielsetzung drauf an. Wenn man auf Highscore keinen Wert legt, dann könnte der Titel zu einfach sein. Versucht man aber einen hohen Highscore zu erreichen, dann wird das Spiel ungleich herausfordernder, weil man in einigen Kammern doch recht schnell das zeitliche segnen kann. Zudem es nicht ganz einfach ist die ganzen geheimen Räume zu finden. 😉

    1. Sicher lässt der Titel mehrere Spielweisen zu. Grundsätzlich, so
      meine Unterstellung, ist der Titel jedoch ein Abenteuer mit Start und
      Ziel. Wenn der Schurke gestellt ist und die Credits laufen, dann ist es
      durchgespielt. Das ist auch in Castlevania und Metroid so. Die beiden
      Titel, um angestaubte Genre-Größen zum Vergleich heranzuziehen, sind
      aber im weiteren Verlauf weitaus schwieriger. In Traps n‘ Gemstones
      gibt es, abgesehen von den Lorenfahrten, keine Stellen, die auch nur
      einen moderaten Anspruch an den Spieler stellten. Daher bleibe ich
      dabei: Der Titel ist zu einfach. Ich könnte sogar noch weiter gehen und
      bemängeln, der Titel ist in seinem Anspruch zu linear, er stellt keine
      Herausforderung dar. Die Spannung fehlt.

      Doch selbst wenn man den Titel mit der Zielsetzung einen hohen Score
      zu erspielen angeht, ist er zu einfach. Sicher darf man sich keinen
      Fehler erlauben, allerdings hat man dazu auch viel zu wenig Gelegenheit.
      Wer einen Raum mit Bedacht betritt, der erkennt schnell, von welchen
      Gegnern und Objekten eine Gefahr ausgeht. Leider sind viele Räume voller
      lediglich dekorativer Feinde, beispielsweise an der Decke hängende
      Fledermäuse, die sich nicht bewegen.

      Was die geheimen Räume angeht ist es hier in meinen Augen eine reine
      Geduldsfrage. Wer stoisch gegen jede Wand rennt und in jede Öffnung
      springt, der findet schließlich sicher auch alles.

      Was dem Titel grundsätzlich fehlt, sind Passagen in den es auf Timing
      und präzise Eingaben ankommt. Bosskämpfe wären da ein Parade-Beispiel.
      Das waren Elemente zur Großartigkeit alter Castlevanias und Metroids
      beigetragen haben.

      Schließlich jedoch: Jammern auf hohem Niveau.

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