Test: Witcheye (Video)


Das Runde scheint es Moonkid (@turbomcphazer) angetan zu haben. Das war in Satellina so, und das ist es auch in seinem jüngsten Projekt Witcheye [App Store] der Fall, das er mit Hilfe von Devolver Digital (@devolverdigital) in den App Store geschoben hat. Allerdings spielen hier nicht Kugeln, sondern ein Augapfel die Hauptrolle. Genau genommen ein fliegender Augapfel, in den sich eine Hexe verwandelt hat. Aber der Reihe nach.


Ein machthungriger Ritter wendet sich an den Zauberer Senexis. Der verspricht seinen Wunsch zu erfüllen, wenn er die Vorräte der Hexe Mabel plündert. Gesagt, getan, stiehlt er Mabels Ingredienzien und Edelsteine und macht sich auf den Rückweg. Die aufgebrachte Mabel nimmt die Verfolgung auf. Um dabei schneller voran zu kommen, nimmt sie die Form eines schwebenden Augapfels an. Diesen steuert der Spieler durch zahlreiche kurze Spielstufen und klaubt dabei die vom Ritter verlorene Beute zusammen.


Mit Fingerstreichen gibt der Spieler die Richtung vor, in die der Augapfel schwebt. Ein Richtungswechsel ist jederzeit möglich. Zudem lässt sich das Auge mit einem Tipp auf dem Bildschirm stoppen. So geht es durch vertikale Spielstufen voller niedlicher Pixelgegner. In fast jeder muss Mabel einen Mini-Boss besiegen – die heimlichen Stars des Titels. Hier wird in der Gestaltung die Liebe zu Details deutlich, die über Jahre in das Spiel geflossen ist. Jedes Pixel sitzt an seinem Platz und versprüht den Charme der 16-Bit-Ära, untermalt von stets fröhlicher Musik.


Der Schwierigkeitsgrad ist niedrig, die Spielstufen angenehm kurz; die meisten in unter einer Minute absolviert. Doch nach dem Durchspielen darf man sich in zusätzlichen Schwiergkeitsgraden versuchen oder in einen Boss-Run starten. Zudem ist Witcheye für Speedrunning prädestiniert. Optional läuft eine Zeitanzeige mit und Spieler treten gegen ihre eigenen Bestzeiten an, die als Geister durch die Spielstufen flitzen. Wer sich indes Zeit lassen möchte, erkundet jeden Winkel, um Mabels Edelsteine und Zauberzutaten aufzuspüren.


Ist der niedrige Schwierigkeitsgrad eine Einladung an Neulinge, müssen erfahrene Spieler lange auf Herausforderungen warten. Zudem wird das Warten noch länger, denn das fliegende Auge bleibt in Ermangelung an Upgrades stets das Gleiche. Dennoch erinnert der auf das iPad maßgeschneiderte Titel in seinen stärksten Momenten an die Titel der Bean-Serie, die auch nach Jahren den Gold-Standard des Genres markieren. Die Zugänglichkeit ist es schließlich jedoch, was Witcheye bremst – es ist zu lange zu harmlos und niedlich.

Rating: ★★★½☆