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Nach vielen Monaten wässrigen Mundes haben Big Bucket Software (@mattcomi) Space Age: A Cosmic Adventure [App Store] fertig gestellt. Die pixeligen Ähnlichkeiten mit ihrem iOS-Erstling The Incident sind unverkennbar. Auch in seinem Weltraum-Abenteuer bleibt Neven Mrgan seinem Grafik-Stil treu: Im Jahr 1976 landet ein Forschungstrupp auf dem Planeten Kepler–16 mit der Absicht diesen zu erforschen. Wie es das Klischee will, ist dieser nicht im Geringsten so verlassen, wie man annimmt und es obliegt dem Spieler von den Planeten-Bewohnern entführte Crew-Mitgleider zu befreien und der Mission zu einem positiven Abschluss zu verhelfen.

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Atmosphärisch führt der Titel zurück in die gute alte Lucasfilm-Games-Zeit. Monologisierende und den Spieler direkt adressierende Figuren erinnern an selige Maniac-Mansion-Tage. Die Geschichte wird sehr langsam und textlastig vermittelt. Spieler benötigen immer wieder viel Geduld, bevor Sie aktiv werden stürzen dürfen. Irritierend ist dabei, dass der Fokus exklusiv auf Handlungsvermittlung liegt – die Steuerung muss sich der Spieler selbst erschließen: Es ist einfach frustrierend, wenn man nicht erfährt, dass man eine tödliche Laserwaffe besitzt.

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Die Spielfigur folgt gemächlich den Fingerzeigen des Spielers, durch Umhermarschieren enthüllt sich die Umgebung. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass der Bildausschnitt nicht der Spielfigur folgt, sondern der Spieler diesen selbst verrücken muss. Wenngleich der Spieler vereinzelt Gegenstände miteinander kombinieren muss, findet das Inventarsystem – wie in Space Expedition  – nur sporadisch Verwendung. Überwiegend geht es darum durch Umherlaufen und das Lösen simpler Aufgaben die Handlung voranzutreiben.

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Vor allem die eingestreuten Action-Sequenzen, in denen der Spieler unendeckt bleiben oder schnell zu Punkten navigieren sollen, wollen sich – wie einst in den Sierra-Adventures – so gar nicht das Ganze fügen. Space Age erweckt den Eindruck, als wolle es ein Adventure sein, dabei ist es aber lediglich eine schleppende Erzählung, die den Spieler eher zum Zuschauer den zum Steuermann degradiert. Dabei merkt man dem Abenteuer allerdings deutlich an, dass die Entwickler viel Herzblut vergossen haben. Wie das ebenfalls enttäuschende Star Command hätte Space Age viel mehr sein können, als es ist.

Rating: ★★★☆☆