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Noch vor Logitech und MOGA nutzten auch SteelSeries (@steelseries) die Gunst der Stunde und präsentieren iOS-Spielern mit dem STRATUS einen Game-Controller, der direkt an die von Apple mit iOS 7 vorgestellte Software-Schnittstelle andockt. Bislang klappte des Zusammenspiel zwischen Eingabegerät und Tablet – wie im Fall des Hama CreeDroid oder des idroid:con – nur dann, wenn Spiele den iCade-Modus unterstützten: Das Joypad wurde als eine zusätzliche Tastatur erkannt, Eingaben als Tastendrücke interpretiert. Insgesamt eine unbefriedigende Lösung, weil keine analogen Eingaben erfasst wurden.

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Anders der Fall beim SteelSeries STRATUS, der grundsätzlich auch erkennen kann, wie langsam die beiden Analogsticks gedreht oder wie stark die Knöpfe und Schultertasten gedrückt werden. Nach dem ersten Einschalten und einem Druck auf einen Knopf auf der Unterseite des Geräts funkt der STRATUS ein Bluetooth-Signal, das umgehend von neueren iPhones und iPads erkannt wird. Schon ist das Gamepad eingerichtet und lässt sich mit kompatiblen Spielen wie Rayman Fiesta Run, Oceanhorn oder GTA San Andreas verwenden. Eine stetig aktualisierte Liste bietet die kostenlose App Phonejoy, alternativ eine tolle Liste bei Afterpad. Bis zu vier STRATUS lassen sich laut Hersteller mit einem iOS-Gerät verbinden.

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Der STRATUS ist gerade Handteller-groß – für Konsolenspieler eine gewöhnungsbedürftige Winzigkeit. Geringfügige Abhilfe beschert die transparente Hartplastik-Schutzhülle, die unter der Controller geklippt werden kann und so für mehr Volumen sorgt. Allerdings sitzt die Hülle weder auf Ober- noch auf Unterseite des STRATUS sicher und löst sich leicht. Trotz der geringen Abmessungen lassen sich alle Knöpfe inklusive der Schultertasten gut erreichen. Die Verarbeitung macht einen durchweg wertigen Eindruck: Selbst bei ausgiebiger Spielbelastung reagiert das Gamepad anstandslos und ohne zu Knarzen.

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Eine Latenz bei der Eingabe ist nicht spürbar, das Spielgefühl mit dem Stratus am iPad gleicht dem an einer Spielkonsole. Die Bluetooth-Lösung bringt zudem den Vorteil mit sich, dass sich iOS-Geräte mittels Lightning Digital AV Adapter an einen Monitor oder Fernseher anschließen und so latenzfreieres Spielen auf dem Großbildschirm als via AirPlay möglich ist. Für Speedrunner wie Mikey Shorts oder Mos Speedrun reicht es jedoch nicht. Vier rote LEDs geben Aufschluss über den Energiestand. Eine Ladung des integrierten Akkus per mitgeliefertem USB/Micro-USB-Kabels reicht tatsächlich für mehr als zehn Stunden Spielzeit.

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An die Winzigkeit und Leichtigkeit des STRATUS, die auf Reisen im beigelegten Beutel als Vorteil auszulegen sind, kann man sich gewöhnen. Längere Spielpartien erfordern aufgrund der ungewohnten Fingerhaltung jedoch kurze Pausen für Lockerungsübungen. Schließlich bleibt denn der Preis als größter Kritikpunkt. SteelSeries verlangt in seinem Webshop knapp 80 Euro für das in zwei Farbvarianten erhältliche Gamepad. Möglicherweise sorgen von Apple reklamierte Lizenzgebühren für diesen stattlichen Preis. Wer den Betrag jedoch erübrigen mag, der darf sich darauf freuen, viele iOS-Spiele neu zu entdecken.